Die Strände von Kerala
Was braucht es für einen schönen Strandurlaub? Sonne, Meer, weissen Sandstrand und Palmen. Das alles gibt es in Kerala in Südindien! Die Küstenlinie von Kerala erstreckt sich über sage und schreibe fast 600 Kilometer entlang des arabischen Ozeans. Der grösste Teil der Küste hat feinen weissen Sandstrand und so gibt es in Kerala die schönsten Strände von Indien. An ihnen gibt es kleine Resorts, Boutiquehotels und Homestays. Doch wo ist es am schönsten? Da Fotos mehr sagen können als 1000 Worte zeige ich dir hier Bilder von verschiedenen Stränden und gebe Tipps zu Ausflügen und dem Reisen in Kerala.
Welches ist der schönste Strand von Kerala?
Wo hat es mir am besten gefallen? Ich muss ehrlich sagen, ich kann mich da gar nicht entscheiden, denn jeder Strand dem ich auf meinen zahlreichen Reisen nach Kerala schon entlang spaziert bin, war paradiesisch, besonders und einzigartig. Ich hatte überall eine wunderbare Zeit. Mal war es ruhig zum entspannen und mal gab es viel Abwechslung mit möglichen Ausflügen oder den Fischern am Strand. Also zeige ich dir hier am besten meine Reiseerlebnisse an den Stränden von Kerala von Süden nach Norden. Dann kannst du selber heraus suchen, welcher Strand am besten für dich passt. Viel Spass mit ein bisschen Urlaubsfeeling…
Wusstest du, dass Kerala übersetzt «Land der Kokospalmen» bedeutet? Das sind doch perfekte Aussichten für einen Strandurlaub, denn was ist schöner als ein von grünen im Wind rauschenden Palmen gesäumten Strand?







Kovalam – Poovar Beach
Der südlichste und aller erste Strand, den ich in Kerala besucht habe, ist nahe der Ortschaft Kovalam. Der Poovar Beach ist recht spektakulär, denn an den feinen Sandstrand schliesst eine hohe Klippe an. Hier wird noch mit grossen Holzbooten gefischt, die am Morgen früh mit der Muskelkraft einer ganzen Fischergruppe auf den Strand gezogen werden. Das ist sehr spektakulär zuzuschauen und natürlich auch zu fotografieren.












Ich bin jeden Morgen zum Sonnenaufgang aufgestanden um erleben zu können, wie sich die Fischer über die Wellen kämpfen um etwas weiter draussen ihre Netze auszuwerfen. Diese werden dann vom Land aus eingezogen. Eine harte Arbeit. Oft erklingen Lieder beim herausziehen der Netze.
HOTELTIPP
Übernachten im Heritagehotel
Am Strand von Kovalam habe ich im Travancore Heritage übernachtet. Das Resort, das ober- und unterhalb der Klippen steht, ist im traditionellen Keralabaustyl gebaut und hat einen grossen Garten. Deshalb hat es mir hier natürlich gut gefallen, da das Hotel sehr viel lokalen Charme versprüht.








Ausflüge von Kovalam:
Von hier aus mache ich einen Tagesausflug in die Hauptstadt von Kerala nach Thiruvananthapuram oder kurz Trivandrum zum Fest der Frauen. Ebenfalls besuche ich den südlichsten Punkt von Indien, Kanyakumari. Hier treffen sich der indische und arabische Ozean und der Golf von Bengalen. Diese Stelle ist ein wichtiger kultureller und geografischer Punkt, an dem sich die drei Meere vereinigen. Natürlich steht hier auch ein Tempel und es ist ein wichtiges Pilgerziel. Kanyakumari liegt aber schon im indischen Bundesstaat Tamil Nadu und so findest du meinen Reisebericht dazu unter Südindien>.
Varkala
Nach meiner wunderschönen Reise durch Nordostindien ein Jahr zuvor (>hier findest du meinen Reisebericht 1, 2 und 3), bei der es leider fast keine Souvenirs zu kaufen gab, habe ich mal wieder richtig Lust auf etwas Shopping und habe mir dafür neben Kochi das Städtchen Varkala ausgesucht. Von diesem habe ich gelesen, dass es ein hipper Touristenort direkt am Strand sein soll mit vielen Restaurants und Geschäften. Und wirklich, entlang einem steilen Kliff reihen sich Souvenirshops, Restaurants und Cafés aneinander. Es hat zwar in vielen Geschäften ein ähnliches Angebot, doch wer luftige Strandkleider, Schals, Elefanten, Gewürze, Schmuck und vieles mehr sucht, der wird hier fündig. Ein Preisvergleich und etwas Handeln lohnt sich. Neben hochwertigem gibt es aber auch allerlei Kitsch, denn das Touristenpublikum ist bunt gemischt, westliche Touristen, Backpacker, aber auch viele Reisende aus ganz Indien. Zwischen den Shopps lockt immer wieder ein Café mit einer kühlen Erfrischung und Meerblick.
















Am späteren Nachmittag werden die Temperaturen angenehm und ich kann einen kurzen Strandlauf machen. Ich laufe in richtig Norden. Hier ist der Stand für meinen Geschmack aber nicht so besonders, sehr schmal, steil und immer wieder durch Felsen unterbrochen.








Dann ist etwas Shopping angesagt, denn Abends ist immer viel los auf dem Kliff. Danach gönne ich mir zum Abendessen Momos, eine Spezialität vom Himalaya. Hier ist die Restaurant- und Essensauswahl wirklich gross, vielfältig und zu fairen Preisen. Auch frischen Fisch gibt es natürlich. Dieser wird oft vor dem Restaurant präsentiert. Ich darf mir dort meinen Fisch selber aussuchen, der denn nach Wunsch zubereitet wird. Falls ein ganzer Fisch zu viel ist, so gibt es meistens auch Currys mit Fischstücken, oft vom Kingfish.












Ich übernachte mitten in Varkala in einem günstigen Guesthouse keine 5 Gehminuten vom Kliff entfernt. Ich bereue es zwar etwas, dass ich bei der Buchung Zuhause im eiskalten Winter gefunden hatte, dass ich keine Klimaanlage brauche, aber wer hätte auch ahnen können, dass gerade diesen Februar der wärmste in Indien seit Messbeginn sein wird. Aber hier bleibe ich nur für 1 Nacht und das reicht meiner Meinung nach auch, ausser du machst von hier aus noch Ausflüge in die Mangroven oder du möchtest Zeit am Meer verbringen.
Am nächsten Morgen bin ich schon zum Sonnenaufgang unterwegs zum Meer. Einige sehr steile Treppen führen runter zum Strand. Dort glaube ich zu Träumen, als sich beim Fotografieren der Wellen im Sucher etwas bewegt. Aber wirklich, Delfine schwimmen der Küste entlang! Welch grandioser Start in den Tag. Nun laufe ich Richtung Süden und diesem Strand könnte ich Kilometerweit folgen. Eine ganze Weile ist der Strand auch im Schatten vom Kliff, so brauche ich einmal keinen Sonnenbrand zu fürchten. Gleich bei Varkala hat es recht viele Leute, sogar am Morgen früh, je weiter ich aber gehe, so einsamer wird der Strand. Einige Fischer gehen auch hier ihrem Tagwerk nach.
























Ausflüge von Varkala:
Kollam und der Fischmarkt von Neendakara
In der Stadt Kollam sehe ich mir nicht den Stadtstrand an, sondern ich besichtige den Leuchtturm direkt am Meer. Dieser darf gegen eine geringe Gebühr betreten werden. Für das Fotografieren der Aussicht braucht es aber ein Extraticket für 50RS. Ich nehme die Wendeltreppe nach oben, denn da es immer mal wieder Stromausfälle gibt, verzichte ich lieber auf den Lift, der in der Mitte hochfahren würde. Von oben habe ich einen schönen Blick auf den Hafen.








Ein Fischerhafen ist auch mein nächstes Ziel. Ich besuche den Hafen von Neendakara, dieser liegt etwas weiter nördlicher. Dort legen auch grössere Fischerkutter an. Zum fotografieren ist dies natürlich ein sehr interessanter Ort. Es ist aber auch traurig zu sehen, was hier alles das Meer verlassen muss… Doch werden hier alle gefangenen Fische auch gegessen und nicht ungenutzt weggeworfen. Bei den kleinen gefangenen Haien werden so zum Beispiel nicht nur die Flosse gebraucht, sondern der ganze Hai wird zu einem Curry verarbeitet.
















Marari Beach
Bereits auf der Fahrt dem Meer entlang von Kochi nach Mararikulam möchte ich meinen, ich sei auf dem direkten Weg ins Paradies. Die Uferroute führt entlang der Backwaters, endloser Sandstrände und weitläufiger Palmenhaine, durch fruchtbare Obstplantagen und ursprüngliche Dörfer. Mit dem Tuktuk habe ich mit einigen Fotostopps gute 2h für den Weg. Mit dem Auto wäre ich zwar etwas schneller, doch eine TukTukfahrt gehört einfach zu einem Indienabenteuer dazu und entspannter wie von Kochi nach Marari oder umgekehrt geht es nirgends. Und dann bin ich auch schon am Marari Beach, einem, wie es heisst, der schönsten und saubersten Strände von Kerala.
Der goldene Sand, die Kokospalmen und das ruhige Wasser machen den Strand von Marari zum idealen Ort zum Entspannen. Ich liebe es jedoch einen Morgenspaziergang dem Meer entlang zu unternehmen. Und Abends geniesse ich dann immer einen schönen Sonnenuntergang. Dieser bringt dann die unberührte Postkartenromantik dieses Strandes nahezu zur Perfektion. Und auch wenn das Wetter einmal nicht perfekt ist und sich ein Gewitter ankündigt, dann gibt es ganz tolle Stimmungsfotos am Strand.




Irgendwie scheint es fast, als stünde in Mararikulam die Zeit still. Das traditionelle Dorfleben hat sich bis Heute erhalten und die Einheimischen gehen zum grössten Teil wie die Generationen vor ihnen dem Fischfang nach. Ihre traditionellen bunten Holzboote säumen den Strand und bilden gemeinsam mit dem goldfarbenen Sand und dem türkisblauen Meer ein stimmiges Farbbild, das durch die sattgrünen, sich leise im Wind wiegenden Kokospalmen sowie den goldgelben Dächer der strohgedeckten Hütten komplettiert wird.












Das herausziehen der Boote ist harte und anstrengende Arbeit. Dazu helfen viele Männer des Dorfes mit und ziehen das Holzboot mit Hilfe von Seilen und Holzrugeln als Unterlage an Land. Die Boote können nicht im Wasser bleiben, da der Wasserstand aufgrund von Ebbe und Flut schwankt. Danach sortieren die Männer gemeinsam die Netze aus und jeder bekommt seinen Anteil am Fang.












Liegestühle und Strandrestaurants:
Der Strand von Marari ist Kilometerlang, fein, breit und sehr sauber. Es gibt an einigen Abschnitten Liegestühle mit Sonnenschirme zum mieten. Diese sind auch sehr beliebt bei den Strandhunden, die gerne im Schatten ihr Mittagsschläfchen halten. Auch kleine, palmwedelgedeckte Strandcafés verstecken sich am Rand unter den Kokospalmen und zwischen den Fischerbooten. Sehr lecker ist es im Fischermans Café, wo auch zu Abend gegessen werden kann.




Auf dem Strandabschnitt bei der St. Augustine’s Church geht es ruhig zu und her. Eine Strasse weiter nördlich kommen hingegen sehr viele Einheimische ans Meer. Da ist es für mich aber natürlich immer sehr interessant vorbei zu laufen, denn viele der indischen Strandbesucher freuen sich mit mir ein paar Worte zu wechseln und auch, wenn ich sie fotografiere. Ich lege bei den Strandbuden auch immer eine kleine Pause ein für meinen liebsten Stranddrink – eine frische Kokosnuss. Dafür brauchst du aber unbedingt Kleingeld, denn ein 500RS Schein kann dir hier niemand wechseln. Einmal platze ich gar in eine Filmproduktion. Dafür wurde ein hölzernes Riesenrad aufgestellt. Nein, langweilig wird es am Marari Beach nie.




















Die Lage von Mararikkulam in der Nähe von Kochi und Alleppey machen den Ort perfekt für einige schöne Tage am Meer nicht weit vom Flughafen, Sehenswürdigkeiten, Shoppingmöglichkeiten und den Backwaters mit Hausbootfahrten entfernt. Darum habe ich auch schon mehrmals am Marari Beach übernachtet.
Übernachten am Marari Beach:
Trotz seiner steigenden Beliebtheit bei Badeurlaubern aus aller Welt kann sich der Marari Beach seine Ursprünglichkeit bis Heute bewahren. Hässliche Bettenburgen sucht man hier vergeblich. Es hat kleine Boutiquehotels mit grossen Gärten und eine Vielzahl von Homestays. So gibt es am Marari Beach von der Backpackerunterkunft bis hin zum Luxusresort alles was das Touristenherz begehrt. In den letzten Jahren ist die Zahl der Homestays rapide gewachsen, denn dies ist ein guter Zusatzverdienst für die Fischer und das Dorf. Nachfolgend stelle ich dir 3 Unterkünfte vor, in denen ich schon übernachtet habe:
HOTELTIPP: Strandurlaub im Resort
Abad Turtle Beach Resort
Das erste Mal am Marari Beach übernachte ich im Abad Turtle Beach Resort. Das ist eine sehr gute Wahl für Reisende, die nicht gerne auf die Annehmlichkeiten, Weitläufigkeit, Ruhe und Privatsphäre eines kleinen Resorts verzichten möchten. Die Bungalows sind in einem grossen Garten verteilt, es hat einen grossen Pool, ein Ayurwedacenter und Liegestühle direkt am Strand. Hier hat es auch einen Wächter/Lifeguard. Das Personal ist auch unglaublich freundlich und das Buffetrestaurant hat eine grosse Auswahl. Manchmal gibt es vor dem Nachtessen auch Tanz- und Musikvorführungen lokaler Künstler. Hier lassen sich entspannte Tage im tropischen Garten, am Pool und am Meer verbringen.












HOTELTIPP: einfachers und günstiges Strand-Homestay
Shoreline Marari Beach Villa
Das Homestay besteht aus 2 Zimmern mit kleiner Terrasse. Es ist einfach, aber sauber, hat ein grosses Badezimmer, Klimaanlage und Ventilator. Das Frühstück bereitet mir die Familie zu, ganz indisch nicht ganz pünktlich, aber ich habe ja Zeit.
Kleine, einfache und günstige Homestays gibt es sehr viele entlang vom Marari Beach. Die Homestays sind perfekt für unkomplizierte Reisende, die eine günstige Übernachtung suchen und keinen Luxus und absolute Ruhe brauchen, dafür den Kontakt mit der Bevölkerung und anderen Reisenden schätzen.




HOTELTIPP: Im schönsten Homestay von Marari
Marari Dreamz Homestay
Meine absolute Empfehlung in Marari ist das Homestay von Jency und Allwyn. Zwar liegt es 3-5 Gehminuten vom Strand entfernt in einer ruhigen Nebenstrasse, doch wohne ich hier in einem wunderschönen tropischen Garten. Es gibt drei Bungalows mit eigenem Pool, die anderen 3 Zimmer teilen sich einen. Da es sehr heiss ist und mir die Wellen und Strömung vom Meer dieses Mal zu stark und gefährlich sind, liebe ich es natürlich, über Mittag Zeit im Wasser zu verbringen.




Doch nicht nur mein Häuschen mit Openair Badezimmer und der Garten sind traumhaft schön, sondern auch das Gastgeberpaar ist unglaublich nett. Sie helfen auch gerne bei der Organisation von Ausflügen und Ayurvedabehandlungen. Zudem gibt es kostenlos Fahrräder zum entdecken der Umgebung.
PS: Mein Bungalow heisst übrigens Kokosnuss. Ist mein Badezimmer nicht toll? Hier kommt so richtig Urlaubsstimmung im tropischen Paradies auf!












Ein weiteres grosses Highlight ist natürlich das Essen von Jency. Zum Frühstück gibt es neben Früchten und Toast immer eine andere Eierspeise und eine indische Frühstücksspezialität wie Puttu und Elayappam. Auch das Nachtessen ist unglaublich fein. Ich darf einmal beim Kochen zuschauen und habe dabei viel über die indische Küche gelernt. Ein Biriani zuzubeteiten ist gar nicht so einfach und braucht Zeit! Ich kann auch noch frische Jackfruit probieren. Jency schneidet extra für mich ein frisch gepflücktes Prachtexemplar aus dem Garten auf. Ich werde sicher wiederkommen, denn hier lassen sich zu fairen Preisen traumhafte Tage verbringen.








PS: Weiter unten bei den Tipps siehst du die feinen Gerichte, die Jency mir zum Frühstück und Abendessen gekocht hat
PSPS: Im Marari Dreamz wohnen auch 6 ganz brave und liebe Hunde und eine grosse Katzenfamilie. Sie lassen einen komplett in Ruhe, doch sollte jemand keine Angst oder eine Allergie haben, der hier Urlaub macht.
Die Fischer vom Marari Beach
Am Strand von Marari ist für eine Fotografin immer etwas los. Schon am frühen Morgen kann ich Delfine vorbei schwimmen sehen und die Fischer kehren auf ihren Flossen und Booten zurück. Dies ist sehr spannend zuzuschauen, denn die Fahrt über die Wellen ist nicht ohne. Wissen, Beobachtung und Teamwork sind gefragt. Durch Handzeichen übermittelt ein Fischer am Strand den besten Zeitpunkt zum durchfahren der Wellen, denn nicht jede Welle ist gleich gross.












Danach müssen die kleinen Fische aus den Netzen gezogen werden. Dabei hilft oft die ganze Familie mit und sie brauchen mehrere Stunden dafür. Leider wird der Fang von Jahr zu Jahr weniger, wie es mir scheint…
















Täglich, ausser Sonntags, fahren die Männer ein bis zweimal am Tag raus zum Fischen. Morgens sind sie mit einer Stirnlampe ausgerüstet, denn sie stechen noch vor dem Sonnenaufgang auf See und sind dann gegen 7- 8 Uhr zurück. Ihre winzigen Flosse bestehen aus Schaumstoffplatten, um die Plastik gespannt ist. Die Platten sind kaum 1.5 Meter breit und vielleicht 2 Meter lang und bieten gerade genug Platz für den Fischermann und sein Netz. Nur hier am Marari Beach sehe ich die Fischer auf solchen Flossen fischen.
Hauptfischzeit ist hier im Monsun im Juli und August, aber auch den Rest des Jahres wird gefischt, auch wenn der Fang mit ein paar Garnelen und kleinen Fischen eher beschaulich ist.












Fischen mit Wurfnetz
Am Strand sehe ich auch einige einzelne Fischer stehen und in die Wellen schauen. Sie schauen ob sich darin Fische bewegen. Ist dies der Fall, so werfen sie ihr Netz in einer schwungvollen Drehung in die Luft. Mit Glück können sie so einige Fische fangen. Hier ging nur ein sehr kleines ins Netz.
Der frischeste Fisch von Kerala – Besuch vom lokalen Fischmarkt:
Auf beiden Seiten vom Marari Beach gibt es einen kleinen lokalen Fischmarkt, ca 2-3 km entfernt. Der südliche Fischmarkt ist gut per Strandlauf in etwa einer halben Stunde erreichbar. Ich muss für den Markt aber früh aufstehen und schon kurz vor Sonnenaufgang los, denn der Markt findet nur am frühen Morgen so zwischen 5-8 Uhr statt.
















An einem Morgen bin ich jedoch erst nach dem Frühstück los zum Strandlauf. Fischerboote sind dann keine mehr am Marktplatz, jedoch stellen die Fischkorbträger gerade ihre Körbe zusammen, was auch ganz tolle Aufnahmen ergibt. Hier habe ich dir eine kleine Fotoauswahl von den Korbträgern, denn sie haben mich sehr fasziniert, wie sie sich mit ihren schweren Lasten auf dem Kopf durch die Menge schlängeln und dabei immer noch ein Lächeln übrig haben. Sie sind ganz klar auch stolz auf ihre Arbeit und das sie dadurch im «Blitzgewitter» meiner Kamera stehen können. Sie bringen die Fische von den Booten zur Auktion und von dort dann zu den Fahrzeugen der Käufer.
























Fischauktion
Hier am Strand von Marari wird der frische Fang direkt von den Booten an Händler und Privatpersonen versteigert. Das ist unglaublich interessant zu zuschauen und auch recht laut. Die Händler sind gut an ihren Notizblöcken zu erkennen. Mehrere Waagen stehen bereit, um den Fisch genau zu wiegen. Im Januar gehen auch einige grosse Fische, wie Kingfish und Marlin ins Netz.
Neben den Fischern kommen noch weitere Händler zum Markt, die frischen Tee, Frühstück und Eis zum kühlen der Fische verkaufen. Fischfiletierer zerkleinern die Fische direkt vor Ort und schneiden sie in schöne Tranchen. Auf dem Fischmarkt geht es überaus geschäftig zu und her.








Dies waren alles Fotos von meinem Fischmarktbesuchen im Januar 2023 im Süden von Marari. Aber da ist jetzt nur noch wenig los, da der Hauptmarkt 2026 in den Norden gezügelt ist. Eine neu gebaute Schutzmauer hält dort die grossen Wellen ab. Die Boote können jetzt besser am Strand anlegen. Hier habe ich dir zum Vergleich noch ein paar Fotos meines Marktbesuchs vom März 2026. Nur noch wenige Käufer sind da und der Fang besteht nur aus sehr kleinen Fischen.




Natürlich muss ich mir auch den neuen Fischmarkt im Norden von Marari anschauen. Hier hat es mehr Fischer und Boote, doch diese sind nicht bis zum Rand mit Fisch gefüllt. Im März gehen nur wenige Fische ins Netz, wird mir erzählt. Trotzdem sind viele Käufer, und vielleicht genau so viele Schaulustige, zur Fischauktion gekommen. Sehr interessant ist es für mich zu beobachten, wie die Fischer den Händlern an Land schon bei der Anfahrt Handzeichen über den Umfang des Fangs gestikulieren. Alle warten gespannt auf die neu einlaufenden Schiffe und hoffen auf einige grosse Fische. Aber Heute hat niemand Glück.
Tipps Fischmarktbesuch:
Ausflüge vom Marari Beach:
Kochi
Tropisches Flair, hippe Cafés, ein Hauch von Bollywood, eine Prise Geschichte und der Duft nach frischem Kardamom – Willkommen in Kochi.
Kochi ist die touristisch angesagteste und wichtigste Stadt von Kerala, in dessen Nähe sich auch der internationale Flughafen befindet. Einen Aufenthalt in Kochi lohnt sich wegen der einzigartigen Mischung aus historischem Charme, faszinierender Kultur und dem entspannten Lifestyle.
Warum soll ich denn nach Kochi reisen?
Nach Kochi reise ich wegen seiner Geschichte, der schönen Atmosphäre, um gemütlich zu flanieren und letzte Einkäufe zu tätigen, denn hier gibt es viel, und auch qualitativ hochwertiges oder besonderes zu kaufen! Kochi ist berühmt als historisches Herz von Kerala mit seiner gut erhaltenen koloniale Architektur aus der Zeit der Portugiesen, Holländer und Briten, seiner fotogenen chinesischen Fischernetze, seine Rolle als jahrhundertealtes Zentrum und Umschlagplatz des Gewürzhandels.












Lifestyle und Kultur in Kochi
Kochi ist zudem ein multikulturelles Zentrum, in dem jahrhundertealte Tempel, Moscheen, Kirchen und die älteste aktive Synagoge des Commonwealth friedlich nebeneinander existieren. Zudem gibt es verschiedene Museen, eine mehrere Wochen dauernde Kunstbiennale und auch verschiedene Theater, wo die traditionelle Tanzform von Kerala, Kathakali, gezeigt wird.
Kathakali-Tanztheaters
In Fort Kochi gibt es ein Kathakali Tanztheater. Kathakali ist ein 300 Jahre alte Tanzart. Es kombiniert Elemente von Ballett, Oper und Pantomime, um Geschichten aus indischen Epen mithilfe aufwendiger Masken, farbenfroher Kostüme und einer hochkomplexen Zeichensprache zu erzählen. Die Darsteller kommunizieren nicht durch Worte, sondern setzen feinste Gesichtsmuskeln, ausdrucksstarke Augenbewegungen und präzise Handgesten ein. Ich habe zum Glück vorher eine Zusammenfassung der Geschichte erhalten, so weiss ich ein wenig, um was es beim Theater geht. Das Schminken der Akteure ist eine Kunstform für sich und kann bis zu vier Stunden dauern. Im Kerala Kathakali Centre findet dieses von 17-18 Uhr statt und ich darf dabei auch zuschauen und fotografieren. Die Farben der aufgemalten Bärte verraten den Charakter der Figur: Roter Bart steht beispielsweise für das Böse, Weiss für göttliche Wesen. Weibliche Figuren werden auch durch Männer dargestellt. Die pantomimischen Tänze werden live von Sängern und Trommlern begleitet, deren Rhythmen an traditionelle Tempelzeremonien erinnern. Ursprünglich wurde das Tanzdrama hauptsächlich an Königshöfen und bei Tempelfesten aufgeführt. Heute wird Kathakali für die Touristen in einer etwa 2 stündigen Vorführung inkl. Schminkdemonstration gezeigt. Eintritt ca 600RS.








Was sollte in Kochi besichtigt werden?
Ernakulam ist der grosse, moderne Teil von Kochi mit grossen Shoppingmals. Für Touristen sind meiner Meinung nach aber die zwei Stadtteile auf der Landzunge besonders interessant, Mattancherry und Fort Kochi, die gut mit einer Tuktukfahrt für 100 bis 150RS erreicht werden können. In Mattancherry liegt der Dutch Palace, die jüdische Synagoge mit dem Glockenturm, Gewürzgeschäfte und eine grosse Shoppingstrasse mit vielen Antiquitäten-, Kunst- und Souvenirgeschäften.












Der Duch Palace
Der Mattancherry Palace, besser bekannt als Duch Palace, wurde 1555 von den Portugiesen als Geschenk an den Raja von Kochi, Veera Kerala Varma, erbaut. Sie wollten sich damit Handelsvorteile sichern.
Als die Niederländer 1663 die Kontrolle über die Region übernahmen, erweiterten und renovierten sie das Gebäude. Danach bürgerte sich der Name «Dutch Palace» (Holländischer Palast) ein. Über zwei Jahrhunderte diente der Palast den Rajas von Kochi als Hauptregierungssitz.
Der Palast verbindet europäische Kolonialelemente harmonisch mit der traditionellen Nalukettu-Architektur Keralas mit einem offenen viereckiger Innenhof. Ein absolutes Highlight sind die meisterhaften Fresken im Inneren, die Szenen aus hinduistischen Geschichten sowie Porträts der königlichen Familie von Kochi zeigen.
Eintritt nur 5RS, auch für Ausländer, fotografieren erlaubt.
In der Altstadt von Kochi
Im historischen Stadtteil Fort Kochi prägen Kopfsteinpflaster, alte Handelshäuser und charmante Hotels das Strassenbild. Hier befinden sich die chinesische Fischernetze, das Post Office (hier kann ich Postmarken kaufen), das Kathakali Theater, das Indo-Portugis Museeum, der Fort Cochi Beach, eine lange Strandpromenade und die St. Francis Church. Diese ist die älteste von Europäern errichtete Kirche in Indien aus dem Jahr 1503.
Obwohl Fort Kochi eigentlich die „Altstadt“ von Kochi ist, findet sich hier eine Vielzahl an hippen Cafés, guten Restaurants, stylischen Kunstgalerien und kleine Läden, die Kunsthandwerk, selbstgemachten Schmuck, Kleidung und Souvenirs verkaufen.












Die chinesischen Fischernetze von Kochi
Die chinesischen Fischernetze sind eine weitere wichtige und sehr fotogene Sehenswürdigkeit von Fort Kochi mit einer langen Geschichte. Schön wurden diese in den letzten Jahren im traditionellen Styl mit Holz restauriert. Neuere Fischernetze bestehen Heute nämlich vorwiegend aus Metall. Aber in Fort Kochi ist Geschichte noch erleb- und spürbar. Falls du mehr über die Fischernetze erfahren möchtest, so schau mal in meinen Reisebericht Kerala Backwaters>.
















Die Strandpromenade von Kochi
In der Nähe der chinesischen Fischernetze beginnt unter dem Blätterdach riesiger Bäume auch die lange Strandpromenade mit kleinen Souvenir- und Essensstände. Hierhin pilgern spätestens zum Sonnenuntergang alle Bewohner und Touristen um sich diesen gemeinsam an zu schauen. Ich finde die Promenade aber auch Untertags äusserst sehenswert.
















Kanonenkugelbaum
Ich hätte ja nicht gedacht, dass mich die Natur in Kochi umhauen kann, aber als ich die Blumen des Kanonenkugelbaums bei der Strandpromenade am Vasco da Gama Platz entdecke, muss ich einfach stehenbleiben und fotografieren. Sogar die bis zu 25cm gross werdenden «Kanonenkugeln» kann ich oben am Stamm erkennen. Irgendwie passt der Baum perfekt nach Kochi, wo auch noch «echte» Kanonen ausgestellt sind, da früher damit die Stadt verteidigt wurde. Doch der Baum wird auch im Hinduismus verehrt, da die Form der Blüte einer Kobra ähnelt, die sich über ein heiliges Symbol wölbt. Der Baum soll bei vielen Tempeln stehen. Da muss ich mal bei meiner nächsten Reise darauf achten und genau hinschauen.
Der Hafen und Sandstrand von Kochi
Nach Kochi gehe ich aber ganz klar nicht wegen dem Sandstrand, obwohl es hier einen hat, sogar mit Life Guards. Aber der ist leider unglaublich dreckig und gleich daneben liegt auch der Containerhafen und was da die Schiffe ins Wasser lassen, da fehlen mir die Worte. Trotzdem ist der Hafen mit seinen grossen Schiffen und dem nebeneinander von Moderne und Tradition sehr faszinierend.








Den Strand möchte ich dir natürlich nicht vorenthalten, doch zum schwimmen gefällt mir dieser gar nicht. Hierhin kommen die Leute um den Sonnenuntergang oder die grossen Frachter zu beobachten – um zu sehen und gesehen zu werden.








HOTELTIPP
Übernachten im Heritagehotel
Bisher habe ich immer im Quartier Fort Kochi übernachtet, denn hier gibt es die unterschiedlichsten Unterkünfte, von günstigen Hostels und Homestays bis hin zu schönen Boutiquehotels wie dem Duch Bungalow oder dem Old Harbor mit kolonialem Flair. Hier habe ich das Gefühl in einem Handelshaus zurück versetzt in der Zeit zu wohnen.






Aktivitäten rund um Kochi:
Cherai Beach
Mit der Fähre geht es von Fort Kochi rüber auf die Cherai Insel. Sie ist auf der einen Seite vom Meer, auf der anderen Seite von den Backwaters begrenzt. Ich muss gestehen, Cherai Beach wirkt auf mich auf den ersten Blick etwas in die Jahre gekommen, denn die meisten Hotels sind hier schon etwas älter. Doch ich bin dann doch noch ganz froh, diesen Ort spontan und kurzentschlossen besucht zu haben, denn hier kann ich endlich einmal ganz entspannt im Meer schwimmen. Am 2. Tag meines Besuchs ist am Morgen das Meer spiegelglatt, es hat überhaupt keine Wellen und ich kann wunderbar schwimmen. So habe ich bisher das Meer vor Indien noch nie gesehen! Am Hauptstrandabschnitt hätte es aber auch Lifeguards, die den Strand und das Meer beobachten und bewachen.












Im Norden von Cherai gibt es keinen Sandstrand mehr. Darauf solltest du achten bei der Hotelwahl, falls dir ein solcher wichtig ist. Dafür sind im Norden der Insel die Backwaters schmaler und ganz wunderschön mit ihren vielen chinesischen Fischernetzen bestückt, die immer noch zum fischen benutzt werden. Hier wären auch Bootsfahrten möglich, doch dafür hat meine Zeit nicht gereicht.




Mein Hotel befindet sich etwas südlich vom Zentrum und ist eines der wenigen, bei dem es am nahen Strand auch Liegen hat. Zudem kann ich gratis das Fahrrad benützen und damit der sehr wenig befahrenen Uferstrasse folgen. So eine Fahrradtour entlang dem Meer und den Wasserkanälen ist toll und habe ich in meinem Reisebericht Kerala Backwaters ausführlich beschrieben. Mein Hotel liegt direkt an den Backwaters mit grossen Mangroven. Das sind überaus faszinierende Pflanzen.








HOTELTIPP
Lake View Resort
Auf meiner Keralareise 2026 plane ich meine letzte Woche in Kerala ganz spontan, denn wegen dem Beginn vom Nahostkrieg konnte ich nicht mehr über Dubai heim fliegen und hatte deshalb 6 zusätzliche Tage. Und um zu «Stranden» gibt es wirklich keinen besseren Ort in Indien als Kerala. Hotels gibt es auch genügend, so dass ich auch noch einen Tag vorher freie Zimmer an schönen Orten finde und zum Teil sogar noch etwas Rabatte aushandeln kann. Ich habe wegen der hohen Temperaturen ein Hotel mit Klimaanlage, Pool und in der Nähe vom Sandstrand gesucht und im Lake View Resort gefunden. Es erfüllt alle meine Wünsche und liegt direkt an den Backwaters. Die Leute sind hier auch sehr nett und hilfreich, ich kann kostenlos das Fahrrad benutzen, sie haben ein Kajak, Fischerruten etc. und sie organisieren mir auch ein Taxi ohne Aufschlag für die Weiterfahrt, so günstig bin ich bisher noch nie gefahren. Deshalb ist das Hotel eine ganz klare Empfehlung, auch wenn es eine moderne Bauweise aufweist, keinen grossen Garten hat und das Abendessen auch nicht vor Ort gekocht, sondern von einem nahen Restaurant geliefert wird.




Ausflüge vom Cherai Beach
Natika Beach
Je weiter nördlich ich in Kerala komme, desto besser und öfters kann ich im Meer schwimmen. Die Wellen sind kleiner und darum ist es etwas weniger gefährlich, denn die Wellen, auch kleinere, haben eine ausserordentliche Kraft. Aber wer weiss, vielleicht hatte ich hier einfach mehr Glück und ruhigere Tage erwischt als ganz im Süden. Der goldfarbene palmengesäumte Sandstrand von Natika ist wunderschön. Nirgends habe ich so viele Muscheln gesehen wie hier. So sollten Strandferien aussehen. Für mich beginnt hier die verdiente Erholung nach einer vierwöchigen Rundreise durch Karnataka und Tamil Nadu. Auf meinen Strandspaziergängen bin ich manchmal ganz alleine oder werde von einem Hund begleitet. Hier zeigt sich Indien von seiner ruhigen, naturbelassenen und ursprünglichen Seite.




















HOTELTIPP
Natika Beach Resort
Direkt am Strand von Natika liegt das gleichnamige Natika Beach Resort. Es ist ein Ayurvedahotel, das aber auch «normale» Gäste wie mich beherbergt. Es hat ein Ayurvedacenter, das Behandlungen für den Körper anbietet. Doch im Gegensatz zu anderen Hotels ist auch das Restaurantbuffet ganz auf Ayurveda ausgelegt. Ich finde es toll, denn so kann ich einmal mir ganz unbekannte Speisen probieren, die zudem noch ganz gesund sind. Meistens ist das Buffet auch komplett vegetarisch. Für mich ist die vegetarische indische Küche die beste der Welt. Abwechslungsreich und sehr lecker und natürlich mit einer guten Prise Schärfe versehen. Verhungern werde ich sicher nicht.








Ayurveda
Für seine Ayurveda- Behandlungen und Ärzte ist Kerala weltberühmt. Ayurveda bezeichnet das traditionelle, tief in der Kultur verwurzelte südindische Gesundheitssystem. Es ist das „Wissen vom Leben“, Ayu=Leben, Veda=Wissen.
Es umfasst ganzheitliche Anwendungen, Reinigungskuren und tägliche Routinen für Körper und Geist. Kerala gilt als «Wiege des Ayurveda», wo die Tradition über Generationen weitergegeben wird.
Ausflüge vom Natika Beach
In der Schule der Elefanten
Etwa 1 Stunde vom Natika Beach entfernt befindet sich der Guruvayur Tempel. Er ist eines der heilligsten Hindu-Tempel von Kerala. Leider darf da nicht fotografiert werden und den innersten Bereich dürfen auch nur Hindus betreten. Nicht weit vom Tempel entfernt liegt jedoch das Anakotta Elephant Camp, das besucht werden darf. Es ist die Elefantenschule und Trainingszentrum des Tempels, . Die über 50 Elefanten werden hier für wichtige Tempelrituale, Prozessionen und Feste von Mahouts ausgebildet.
Ich würde die Elefanten natürlich viel, viel lieber in freier Natur sehen, doch leider schrumpfen die Wälder fortwährend und die domestizierten Elefanten können nicht mehr in die Natur entlassen werden. Mehr zu meinen Gedanken und zur Situation der Elefanten in Indien kannst du in meinem Reisebericht von Assam lesen.
Das Camp erstreckt sich über ein weitläufiges Gelände und bietet den Elefanten eine relativ natürliche Umgebung.
Ein Mahouts, ein Elefantenführer, kann mir hier vieles zu den Elefanten erzählen. Gleichzeitig regt das Camp zum Nachdenken über die Herausforderungen der Elefantenhaltung in Gefangenschaft an und unterstreicht die Notwendigkeit ständiger Verbesserungen.
Elefanten sind im Hinduismus heilig und gelten als Glückssymbol. Es gibt sogar einen Gott mit einem Elefantenkopf, Ganesha. Darum sind in Kerala ausgebildete Tempelelefanten ein Teil der Kultur und Tradition und wichtig für die Menschen.
Ein Tempelelefant muss viel aushalten, denn an einem indischen Fest geht es unglaublich laut zu und her. Und da im Februar und März überall Tempelfeste stattfinden, sind die Elefanten heiss begehrt und ich kann beobachten, wie die tonnenschweren Kolosse auf Lastwagen geladen werden. Was für ein Bild!
An der Tempelprozession
In Kerala finden im Februar fast täglich irgendwo Prozessionen statt. Zuvorderst fährt ein Lastwagen mit Figuren der Göttin Kali. Die dazu gehörende Erzählung wird über Lautsprecher verkündet und durch einen beweglichen Löwen mit gefauche unterstützt. Danach folgen die Musiker und Tänzer. Einige tragen einen Pfeil durch die Backen und tanzen bis zur Ekstase. Die aufgespiesste Zitrone steht für Glück, das Geld für Erfolg.
Indische Feste sind bunt, laut und sehr fröhlich. Ruhig und gelassen bildet der mit goldenem Kopfschmuck geschmückte Tempelelefant mit seinem Mahout das Schlusslicht der Prozession. Wie gross das Vertrauen von Mahout und Elefant ist, zeigt sich, wenn sich dieser zwischen die massigen Beine des grauen Riesen setzt, um der heissen Sonne des indischen Tieflandes zu entfliehen.
Valiyaparamba Beach

An diesen Strandabschnitt komme ich auf einem Ausflug vom Oyster Opera Backwaters Resort> zum Sonnenuntergang. Der Valiyaparamba Beach ist sehr ursprünglich, kilometerlang und naturbelassen. Wer Ruhe und Einsamkeit sucht, der kann sicher das eine oder andere einfache Homestay als Übernachtungsort finden.
Ozhinhavalappu Beach
Vom internationalen Flughafen von Kochi bis hierher in den Norden von Kerala ist es eine lange Anreise von weit über 8h Fahrt. Ich habe etwa in der Mitte in der Region von Khozikode einen Zwischenstopp und eine Übernachtung eingelegt und gleich noch eine kleine Dauwerft, eine Bootswerft der traditionellen Holzboote, besucht. Mit einem Inlandsflug gäbe es aber noch die Möglichkeit in Kannur zu landen, das wäre dann näher.
Aber die lange Anreise in den Norden von Kerala hat sich gelohnt und mir gefällt der Strand von Ozhinhavalappu sehr. Hier kann ich einige Tage am Strand entspannen bevor meine Nordkerala-Rundreise in die Region von Wayanad in die Nilgiriberge der Westghats losgeht.












HOTELTIPP
Kanan Beach Resort
Mein erster Gedanke als ich mein Zimmer sehe ist – jetzt bin ich im Paradies gelandet… In einem Palmengarten liegen schöne, im Keralastyl gebaute Bungalows verstreut. Von meinem sehe ich das Meer direkt glitzern. Mein erstes Zimmer in Kerala mit direktem Meerblick! Und den habe ich zudem auch direkt vom Bett aus! Auch das Essen ist überaus lecker, natürlich muss ich einige Gerichte probieren mit lokalem, frisch gefangenem Fisch. Besonders lecker finde ich den Fisch Moilee, eine Art Kokosnusscurry, oder gedämpfter Fisch eingewickelt im Bananenblatt, der Fisch Pollichathu.








Bevor es aber ins Openair Restaurant geht, geniesse ich erst einmal den wunderschönen Sonnenuntergang. Und es lohnt sich noch etwas länger zu bleiben, denn 30 Minuten nachdem die Sonne schon im Wasser versunken ist, wird der Himmel noch einmal richtig kitschig rot. Zum Glück bin ich mit Moskitosspray eingesprüht, denn in dieser Zeit sind sie immer am aktivsten.




FOTOTIPP
Sonnenuntergang fotografieren
Am schönsten bekommst du einen Sonnenuntergang fotografiert, wenn du die Belichtungszeit, Blende und die Farbtemperatur manuell einstellst, denn sonst kann es sein, dass dein Sonnenuntergang zu hell und nicht in den richtigen Farben abgebildet wird, sondern flau aussieht. Du musst immer etwas unterbelichten.
Ein Sonnenuntergang am Meer kann auf dem Foto auch schnell einmal langweilig aussehen. Ich finde es darum am schönsten, wenn ich noch etwas im Vordergrund habe, eine Palme oder andere Leute, die mir den Rücken zudrehen und die Sonne betrachten. Manchmal kann es auch sein, dass ein paar Wolken eine ganz besondere Stimmung zaubern, so muss es nicht immer Wolkenlos sein. In Indien versinkt die Sonne meistens schon vor dem Horizont im Dunst.
Ausflüge in die Umgebung
Das Bekal Fort ist sehr fotogen mit seiner Lage auf den Klippen direkt am Meer. Die 1650 erbaute Anlage diente als wichtiger militärischer Stützpunkt an der Malabarküste und ist ein stummer Zeuge der Machtkämpfe verschiedener Dynastien. Es ist die grösste und am besten erhaltene Festung in Kerala und darum sicher ein Besuch wert. Da es hier aber nur wenig Schatten gibt, würde ich dir einen Besuch am Morgen empfehlen.












An einer indischen Hochzeit
Jetzt bin ich nicht nur eine Hochzeitsfotografin, sondern auch noch eine Hochzeits- Crasherin! Als neben dem Kanan Beach Resort alles für eine Hochzeit eingerichtet wird, muss ich da natürlich vorbei schauen (und werde dann auch prompt eingeladen zu bleiben). Alles wird aufwendig dekoriert. In einem riesen Topf brutzelt das Essen vor die über 100 Hochzeitsgäste. Für mich aber sehr befremdlich sind die grossen Klimageräte, die unaufhörlich kühle Luft auspusten. Rechte Energieverschwendung bei einer Outdoor- Strandhochzeit! Doch eine Hochzeit ist in Indien klar ein Statussymbol bei der keine Mühen und Kosten gescheut werden. Nach kurzer Zeit ist der Spuck aber schon vorbei und die Hochzeitsgesellschaft zieht auch schon weiter zur nächsten Location.
An das Theyyam Tempelfest
Ich habe auch Glück, denn nicht weit vom Kanan Beach Resort findet ein kleines lokales Tempelfest statt. Diese kleinen Feste sind für mich immer am schönsten zu sehen und zu erleben, da ich oft sehr nahe ans Geschehen darf und die Menschen auch sehr Freude haben, dass ich dabei bin und fotografiere. Bei diesem Tempelfest wird ein Theyyam Tanz vorgeführt.
Der Tanz von Nordkerala
Theyyam ist ein über 800 Jahre alter, spektakulär ritueller Tanz aus Nordkerala, der als „Gottes eigenes Theater“ gilt. Darsteller verkörpern Gottheiten, Geister und Ahnen durch Trance, aufwendiges Make-up und Kostüme, oft verbunden mit Feuerritualen. Theyyamtänze finden hauptsächlich von Dezember bis April in Tempeln in den Distrikten Kannur und Kasaragod in Nordkerala statt.
Durch Kostüme, Make-up, begleitende Trommelmusik und den Gesang heiliger Verse geraten die Tänzer in einen Zustand der Besessenheit, in welchem sie eine Gottheit verkörpern. Oftmals wird ein besitzergreifender böswilliger Geist hervorgerufen und besänftigt wird, bis er am Ende, zu einer beschützenden Macht umgewandelt, den Gläubigen den Segen erteilt.




Da sich die Priester und Dorfbewohner sehr über meinen Besuch freuen, darf ich auch schon bei den Vorbereitungen, dem schminken und ankleiden des Tänzers zuschauen. Das Kostüm ist sehr speziell. Es besteht aus Kokospalmblättern, Stängeln von Bananen- und Betelpalmblättern, Blumen und getrockneten Gräsern, die mit bunten Stoffen und vergoldeten Papierstreifen verflochten sind. Männliche Gottheiten tragen Bärte aus Jutefasern, weibliche benötigen Brüste aus Holz oder Kokosnusshalbschalen. Alle Theyyams tragen Armreifen und Ringe an den Knöcheln. Die metallenen Fussreifen ergänzen beim Tanzen den Rhythmus der Trommeln. Rot ist die dominierende Farbe, die für Tatkraft, Energie und Zorn steht.








Danach geht es los mit dem Tanz und kleinen Ritualen. Dies ist sehr spannend zu sehen und zu fotografieren. Zum Schluss werden die Dorfbewohner vom Tänzer gesegnet und auch an mich richtet er einige Worte. Was er jedoch in der lokalen Sprache Malayalam sagt, wird für mich immer ein Geheimnis bleiben.
Spannend zu sehen ist auch, dass sich ein Strassenhund zu den Zuschauern gesellt. Er wartet ganz geduldig, bis auch er den Segen bekommt.
Tipps und Infos zum Reisen zu den Stränden von Kerala
Frischen Fisch essen:
In Kerala gibt es sowohl Salzwasser- als auch Süsswasserfische zum Essen. Letztere stammen aus den Flüssen und Backwaters, sind kleiner und werden oft ganz gebraten oder frittiert. Da sie sehr viele Gräte haben ist es am hilfreichsten es den Einheimischen gleich zu tun und von Hand zu essen.
Am Sonntag fahren die meisten lokalen Fischer nicht raus aufs Meer zum fischen. Darum gibt es an diesem Tag nur wenig frischen Fisch von grösseren Booten auf den Märkten zu kaufen. Darum besser am Sonntag auf Fisch verzichten, da die Chance gross ist, dass er nicht so frisch ist wie an den anderen Tagen.
Hier habe ich dir einige Fotos vom überaus leckeren Frühstück und Abendessen im Marari Dreamz Homestay, dass Jency für uns gezaubert hat. Abends ist natürlich Fisch mit dabei, einmal ganze Fische und einmal Thunfischstücke. Dazu gibt es leckeres Gemüse, Dal, Currys, Reis und Brot.
KOCHTIPP
Rezept Fisch Moilee
Auf einer Reise nach Munnar kann ich im wunderbaren Tea Valley Resort an einer Kochdemonstration mit dem Chefkoch teilnehmen und gleich selber kochen. Wir machen den Fisch Moilee wie folgt:
– Kokosöl erhitzen, Fischstücke auf allen Seiten braten, etwas salzen, beiseite stellen.
– Zwiebel– und Peperoniringe ins Öl geben und wieder hinaus nehmen
– Bockshornkleesamen ins Öl geben und warten bis es mehrere Male plobbt
– in Streifen geschnittener Ingwer, Knoblauch, grüner Chili dazu
– Wasser, Fisch und Gemüse zugeben und aufkochen.
– Tomatenringe, kleiner Löfel mit Turmarik Pulver, Salz, Limonensaft hinein
– Kokosmilch dazu geben. Dieses nicht mehr zu heiss köcheln lassen, denn sonst kann die Kokosmilch gerinnen.
– nochmals etwas Kokosöl dazu
– schwarzer Pfeffer und frische Curryblätter rein
– umrühren und servieren
Ps: genaue Mengenangaben habe ich leider nicht, da mich der Chefkoch alles nach Gefühl aus kleinen Schälchen hinzufügen lassen hat.



Tipps für einen entspannten Strandurlaub:
Packliste Strandurlaub
Strand- und Badekleidung:
An den Hotelstränden ist das Baden und Sonnen in Badekleidung wie dem Bikini überhaupt kein Problem. An öffentlichen Stränden ziehe ich aber persönlich, wenn ich dort entlang laufe, ein Strandkleid oder Tuch über, denn die Inder baden normalerweise in den Kleidern. Darum hat es manchmal auch beim Pool bei Hotels mit mehrheitlich indischen Gästen immer Hinweise, dass darin Schwimmen nur in Badekleidung erlaubt ist.
Schwimmen im Meer:
Entlang der Küste von Kerala hat es eine recht starke Strömung. Ich habe einmal mit erlebt wie jemand zu weit herausgeschwommen ist. Die Strömung war dann zu stark und er konnte das Ufer nicht mehr erreichen. Zum Glück ist ein Fischer mit seinem Kanu raus gepaddelt und hat ihn gerettet.
Es hat zum Teil am Strand auch grössere Wellen, vor allem zum Vollmond hin. Ich habe das Meer vor Kerala aber auch schon ganz ruhig erlebt und konnte ohne Problem schwimmen.
Meine Hotelempfehlungen
Alle hier vorgestellten Hotels habe ich auf meinen verschiedenen Reisen durch Kerala schon besucht und natürlich darin übernachtet. Es ist keine Werbung, da selbst gebucht und bezahlt. Da sich Hotels mit der Zeit auch verändern, kann ich aber keine Garantie übernehmen, dass diese immer noch gut und empfehlenswert oder bezahlbar sind.
Weitere Beiträge von Kerala:
© Alle hier gezeigten Fotos unterstehen dem Urheberrecht von Jasmin Ilg, fotodesign-ilg. Die Fotos dürfen ohne ihr Einverständnis weder kopiert noch abgespeichert werden. Die Bilder und Bildrechte können aber käuflich ohne Wasserzeichen und in grosser Auflösung zu einem fairen Preis erworben werden. Vielen herzlichen Dank für deinen kleinen Unterstützungsbeitrag an meine Reisen. Jasmin Ilg hat noch viele viele weiteren Fotos, auch zu anderen Themen und Ländern und freut sich sehr über deine Anfrage.
