TEIL 2:

Die Dhowwerft von Mandvi

Nach einer Übernachtung und weiteren 5.5h Stunden Fahrt erreiche ich das Küstenstädtchen Mandvi und damit die Region Kutch. Dort geht es als erstes an den Fluss und ich schaue mir die Dhowwerft an. Hier werden grosse Holzschiffe gebaut. Viele dieser Schiffe fahren dann aber nicht in indischen Gewässern, sondern sie sind für Dubai und die Arabischen Golfstaaten bestimmt, wo sie luxuriös ausgebaut für Touristenfahrten eingesetzt werden. Es ist sehr interessant, den Bau der grossen Schiffe mit einfachsten Werkzeuge und ganz im traditionellen Stil zu sehen. Über eine Holzleiter kann ich auch hinaufsteigen und in den Bauch eines Schiffes schauen. Während dem Monsun steigt das Wasser des Flusses und die Boote stehen nicht mehr auf dem trockenen, sondern können dann relativ einfach ein-gewassert werden.

Der Vijay Vilas Palace

Mandvi hat noch eine weitere interessante Sehenswürdigkeit zu bieten – den Vijay Vilas Palast. Dieser sieht für mich aus wie aus einem Disneyfilm entsprungen, ein richtiger Märchenpalast.
Der Vijay Vilas Palast wurde 1929 als Sommerresidenz für den Kronprinzen Yuvraj Shri Vijayaraji erbaut und nach ihm benannt. Nach dem schweren Erdbeben 2001 wurde er zum dauerhaften Wohnsitz der königlichen Familie von Kutch, da ihr Palast in Bhuj dabei zerstört wurde. Der unterste Stock vom Vijay Vilas Palast mit Ess- und Wohnzimmer ist Heute ein Museum und kann besichtigt werden.Von der Dachterrasse habe ich einen schönen Blick auf den Garten und das grüne Buschland bis hin zum Meer. Die einzigartige Kulisse diente schon als Drehort für zahlreiche berühmte Bollywood-Filme.
Eintritt 70RS, Kameragebühr 100RS

Vijay Vilas Heritage Resort

Ich übernachte gleich neben dem Palast. Das kleine Resort mit Pool liegt inmitten des weitläufigen, 700 Hektar grossen Geländes des berühmten Vijay Vilas Palastes. Zu ihm gehört auch einer der grössten Privatstrände Indiens. Das Resort hat 6 über 100 Jahre alte, aber natürlich modernisierte Heritage-Zimmer und 14 neuere Bungalows mit recht spezieller Wandverkleidung, wie ich finde, so richtig kitschig indisch.

An den Strand von Mandvi

Vom Hotel führt ein sandiger Weg bis zum Strand. Er ist gesäumt von niedrigem Gebüsch, dass schön Schatten spendet. Der Weg ist aber viel weiter als gedacht, denn obwohl ich zum Privatstrand des Palastes und Hotels gehe, spaziere ich volle 15-30 Minuten. Natürlich mache ich noch Pausen dazwischen, denn unterwegs sehe ich Tiere! Ich habe eine richtige Walking- Safari. Hier im Buschland leben Nilgai Antilopen und Schakale! Mmmh, die Schakale sind Raubtiere und die Nilgaiantilope ist die grösste Antilopenart von Indien und überragt mich bei weitem. Und ich ganz alleine im Buschland unterwegs…

Dann bin ich endlich am Kilometerlangen Sandstrand von Mandvi angekommen. Das einzige was hier etwas fehlt sind die Palmen, aber ich kann ja nicht immer alles haben. Hier ist es sehr einsam, nur am morgen früh hat es ein paar Fischer. Schwimmen ist aber nicht so einfach möglich, denn der Strand fällt extrem flach ab und während der Ebbe zieht sich das Wasser weit zurück. Baden ist dann nicht möglich. Das ist jedoch perfekt für einen Strandlauf und ich entdecke Muscheln, Algen und noch andere Meeresbewohner…

Der schönste Sonnenuntergang von Indien

Unbedingt sehenswert ist der Sonnenuntergang. Dieser zählt zu den schönsten, die ich in Indien jemals gesehen und fotografiert habe, denn hier versinkt die Sonne direkt im Meer. Zudem ist jetzt Ebbe und der Kilometerlange flache Strand ist zu sehen. Das Restaurant vom Hotel liegt direkt am Strand, und so kann ich gleich zum Znacht bleiben. Danach muss ich aber nicht zurück laufen, denn ich werde von unserem Fahrer gefahren, denn in der Nacht möchte ich keinen Tieren begegnen…

In das Herz von Kutch nach Bhuj

Ich bin jetzt mitten im Bezirk Kutch oder Kachchh, wie er lokal genannt wird. Kutch ist der flächenmässig grösste der 26 Distrikte vom indischen Bundesstaat Gujarat. Er liegt ganz im Westen an der Grenze zu Pakistan. Viele Gebiete dürfen darum von indischen und ausländischen Touristen nur mit einer Spezialbewilligung besucht werden. Die Region hat eine einzigartige, reiche Kultur und ist berühmt für ihr traditionelles Kunsthandwerk. Das Wort Kutch bedeutet wörtlich übersetzt „Land an der Meeresküste“. Von Mandvi am Meer reise ich einmal quer durch den Distrikt bis zur grossen Salzwüste, die einen grossen Teil von Kutch bedeckt. Bhuj ist der Hauptort von Kutch.

Sightseeing in der Stadt Bhuj

Nach zwei Nächten am Meer geht es nun ins Landesinnere von Kutch wieder in eine grössere Stadt. In Bhuj finde ich mit Hilfe von meinem Fahrer auch nochmals einen Geldwechsler, denn die Kameragebühren waren bisher höher als erwartet und mit Karte kann ich nicht oft bezahlen. Ich mache auch einen Stopp beim weissen Marmortempel Shree Swaminarayan, den ich von aussen fotografieren darf.

Danach schaue ich mir natürlich die Highlights von Bhuj an, seine Paläste. Dort drinnen ist Glücklicherweise das Fotografieren erlaubt. Meine Kamera bekommt sogar einen Sticker verpasst, damit die Wärter schon von weitem sehen, dass ich die 100RS Fotografiergebühr bezahlt habe.

Prag Mahal

Der Prag Mahal ist ein beeindruckender Palast im italienisch-gotischen Stil, der im 19. Jahrhundert erbaut wurde. Für mich sieht er ehrlich gesagt wie eine europäische Kirche aus und ich hätte darin gar keinen Palast erwartet. Aber darum reise ich ja so gerne, um neues zu entdecken und Geschichte hautnah zu erleben. Früher war es eben so, dass die Maharaja besondere Paläste bauen wollten, um sich von den anderen Herrschern abzuheben. Und dazu schauten sie bei der Architektur und Einrichtung schon einmal über die Landesgrenzen hinaus. Der Prag Mahal ist ein faszinierendes Zeugnis dieser kulturellen Verschmelzung. Entworfen wurde der er von einem britischen Oberstleutnant. Dieser wählte einen auffälligen Neo-Gotischen und Romanischen Stil, der inmitten der traditionellen Architektur von Bhuj richtig europäisch wirkt. Ein Highlight des Palastes ist der grosse Glockenturm. Ebenso berühmt ist die imposante Durbar Hall, der Palastsaal, mit ihren vergoldeten Verzierungen und ausgestopften Tieren, die ihre beste Zeit aber schon hinter sich haben und jetzt eher in ein Gruselkabinett passen würden.
Eintritt für alle 70RS, Kameragebühr 100RS

Im Palast der Spiegel

Ich bin etwas perplex als ich gleich neben dem Prag Mahal vor dem Eingang eines weiteren Palastes stehe, denn von Aussen sieht er gar nicht wie ein Palast aus. Doch hier stand einmal der schönsten Palast von Gujarat! Jetzt geht es irgendwie über einen Hintereingang hinein. Erst als ich die Räume des Aina Mahal betreten, offenbart sich mir die einstige Pracht und Exklusivität des Palastes. Der Aina Mahal ist ein Maharadschapalast, der Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut wurde. Er vereint lokale indischen Architektur mit Elementen vom europäischem Barock. Die Räume sind darum für Indien ganz untypisch reich dekorierte mit Glas, Spiegeln und Fliesen. Der indische Architekt lebte nämlich 18 Jahre in Europa, erlernte dort das Handwerk der Glasbläserei, Uhrmacherei und Metallverarbeitung und brachte dieses Wissen mit nach Gujarat und erschuf damit einen einzigartigen Palast, mit dem der Maharadscha seine Macht und sein Vermögen zur Schau stellen und so richtig protzen konnte.
Leider kann Heute nicht mehr der ganze Palast besichtigt werden, denn die oberste Etage stürzte beim grossen Erdbeben von 2001 komplett ein. Der untere Teil wurde aber restauriert und zieht mich wirklich in seinen Bann. Da weiss ich gar nicht, was ich zuerst fotografieren soll, so viele Details, Gegenstände, Verzierungen und Kitsch….
Eintrittspreis weiss ich leider nicht mehr, Kameragebühr 100RS. Beachte: Der Palast ist über Mittag geschlossen.

Warum gibt es in Kutch so viele schwere Erdbeben?

In der Region von Kutch bewegt sich die Indische Platte im Verhältnis zur Eurasischen Platte mit einer Geschwindigkeit von 39 Millimetern pro Jahr nordwärts. Wegen der Bodenbeschaffenheit aus lockerem Gestein kommt es hier immer wieder zu sehr starken Erdbeben, das letzte war 2001.
Am 26. Januar 2001 um 05:46 Uhr Ortszeit bebte in Gujarat die Erde mit einer Stärke von 7.7.  Bei diesem Erdbeben kamen über 20’000 Menschen ums Leben,  Tausende wurden verletzt und über eine Million Menschen obdachlos. Unzählige Gebäude stürzten komplett ein. Noch Heute, über 25 Jahre später, sind die Spuren zu sehen, wie meine nachfolgenden Bilder beweisen. Das Epizentrum lag nahe von Bhuj. Dort befindet sich heute ein grosses und modernes Erdbebenmuseum, das Smritivan Earthquake Memorial Museum, um an die Katastrophe zu erinnern.

Das Kunsthandwerk von Bhuj – Blockprint

Die Region um Bhuj ist berühmt für ihre Handwerkskunst, insbesondere für den Blockprint. Ganze Dörfer haben sich diesem Handwerk gewidmet. Gemäss Google ist Ajrakhpur eines dieser Dörfer. Doch obwohl es nach 15 Uhr ist, und somit die Mittagszeit schon vorbei sein sollte, hat alles zu. Zum Glück kennt mein Fahrer eine Blockprintwerkstatt, zu der wir hinfahren können. Dort darf ich einen Blick in die Werkstatt werfen. Mir wird gezeigt, wie ein Muster mit verschiedenen geschnitzten und in Farben getauchte Holzschablonen auf einen Stoff gedruckt wird, um ein durchgehendes Muster zu erhalten. Das alles in Handarbeit und mit Augenmass. Natürlich hat die Werkstatt auch einen Shop.

Ich schaue mir auch das Dorf Bhujodi an, hier hat es ein paar wenige Kleidershops und ich kann einer Weberfamilie zuschauen, wie gerade das Garn zum Weben gesponnen wird. Mehr ist da aber nicht los. Ich weiss nicht, ob ich zur falschen Zeit da war oder man einen Guide bräuchte, der in den Shops anruft, damit diese öffnen…

Ein See mitten in der Wüste

Ich muss sagen, ich habe mir Bhuj etwas anders vorgestellt. Etwas wie die Altstadt von Fort Kochi oder Jodhpur, wo ich gut durch enge Gassen schlendern konnte und es kleine Läden und Cafés hatte. Falls so ein Quartier in Bhuj existiert, habe ich es leider nicht gefunden. Sehr grosser Verkehr und gehupe und die Hitze lassen mir die Lust an einem Spaziergang vergehen. Da mein Hotel 30 Minuten ausserhalb der Stadt an einem See liegt, cancelle ich darum meinen Plan, mir am nächsten Tag nochmals Bhuj und das Erdbebenmuseum anzuschauen, sondern möchte am Hotelpool entspannen und einen Pausentag einlegen. So ganz geht mein Plan aber nicht auf, denn meine Lodge hat zwar einen Pool, nur hat dieser kein Wasser drin. Ich sehe mal wieder, dass ich auf Reisen einfach flexibel bleiben muss, dann kann ich das Beste aus jeder Situation heraus holen.
Ich unternehme stattdessen Spaziergänge in die Umgebung und zum See, dem Rudamatra Wasserreservoir. Ich bin froh, dass ich die nächsten Tage einen Guide haben werde, um die Dörfer von Kutch zu entdecken, denn im Dorf neben dem Resort spricht niemand Englisch und ich bin etwas unschlüssig ob ich willkommen bin oder nicht und ob ich fotografieren darf, denn das mache ich nicht ohne Erlaubnis. Im Resort meinten sie später jedoch, es sei überhaupt kein Problem ins Dorf hinein zu laufen, denn sie möchten mir sicher etwas handwerkliches verkaufen…

Kutch Safari Lodge

Die Lodge besteht aus verschiedenen Rundhäusern. Ein Teil ist frisch renoviert. Hoffentlich haben sie jetzt in der Zwischenzeit den Rest auch erneuert und den Pool gemacht, denn es wäre eine schöne Anlage, wenn zu ihr geschaut würde. Von meinem meinem Balkon kann ich die Fischer und Pelikane beim Fischfang beobachten.

Die Dörfer am Rande der Salzwüste

Nun habe ich für die nächsten 3 Tage einen Guide, mit dem zusammen ich die Gegend entdecke. Denn hier im Grenzland zu Pakistan am Rande der Salzwüste leben die unterschiedlichsten Stämme und Völker und die wenigsten sprechen Englisch. Um hier reisen zu können, brauche ich zudem eine Spezialbewilligung, die meine Reiseagentur für mich eingeholt hat. Wir müssen uns aber noch beim Kontrollposten in ein grosses Buch eintragen. Unseren ersten Stopp machen wir im Dorf Sumrasar. Im Zentrum vom Dorf haben sich die älteren Männer versammelt. Sie tragen ihre traditionelle Weisse Kleidung mit einem Turban und beobachten die Leute, erzählen sich Neuigkeiten, Klatsch und Tratsch und spielen gemeinsam Karten.

Pause mit indischem Gewürztee

Es hat am Hauptplatz natürlich auch einen Teeshop. Dort erhalte ich auch einen frisch gebrühten Chai, einen indischen Gewürztee. Ich finde so einen Tee von der «Strasse» immer am besten. Unglaublich süss und gleichzeitig würzig und scharf. Er wird in ganz kleinen Tassen getrunken, hier aber oft auch aus den Kaffeetellern geschlürft, so wird der Tee natürlich schneller kühl.

Reisetipp: Tee von der Strasse

Da hier das Wasser abgekocht wird, sollte der Tee unbedenklich für meinen Magen sein. Achte aber unbedingt darauf, dass das Wasser wirklich gekocht hat. Mir wurde auch schon ein Chai ohne Wasser, nur mit Milch angeboten, da sollte es weniger ein gesundheitliches Problem geben, wenn die Milch frisch war… Auch ein Tee schwarz ohne Milch ist oftmals möglich.

Entspannen wie die Einheimischen

Ich kann einige Männer beobachten, die sich ihren Schal um die Beine geschlungen haben. Dies machen sie, um zu entspannen, denn das sei so sehr komfortabel wenn keine Stühle vorhanden sind.

Die Weber von Kutch

In Sumrasar besuche ich in einer kleinen Gasse noch einen Weber Zuhause. Er fertigt nicht nur Stoffe mit normaler Wolle an, sondern auch mit einem Gewebe aus Bananenfasern. Der Webstuhl ist einfach, aber es entstehen damit schöne Stoffe und natürlich auch Souvenirs, wie Schals und Tücher. Bei diesen weisst du dann, wie und wo sie erstellt wurden und unterstützt so auch noch eine Familie direkt.

Rogan-Art

In Nirona geht es zu einer Familie, die sich auf die Rogan-Kunst spezialisiert hat.  Sogar dem indischen Präsidenten Modi und Obama konnten sie schon ihre Kunstwerke zeigen und ihre Arbeitsweise vorführen, wie zahlreiche Fotos belegen. Doch was ist Rogan? Vor meiner Reise habe ich dieses Wort noch nie gehört und wahrscheinlich geht es dir da gleich.
Aus dem Öl der Rizinuspflanze wird ein dickflüssiger Brei hergestellt, der in verschiedene Farben eingefärbt wird. Der Künstler nimmt etwas von dem Brei auf einen Holzstab und malt damit Konturen und Flächen auf Stoff. Der Brei wird dazu aber nicht aufgemalt, sondern zu einem langen Faden gezogen, der dann auf den Stoff gelegt wird. Wenn das Bild fertig ist, wird der Stoff gefaltet oder ein weiterer Stoff wird drauf gelegt, so gibt es ein Spiegelbild oder gleich 2 Bilder. Ein Kunstwerk gibt es ab 7’000RS, das ist mit ca. CHF 70.- ein stolzer Preis für Indien. Hier ist es aber möglich mit Karte zu zahlen 😉

Die Pflanze, aus denen das Öl für die Rogan Kunst gewonnen wird, sehe ich oft in Gujarat. Und ich merke wieder, wie gut es ist, dass ich immer meine Kamera dabei habe. So bin ich mit fotografieren beschäftigt und komme nicht in Versuchung etwas anzufassen. Denn ich wusste nicht, dass vor mir eine der Pflanzen mit dem stärksten Pflanzengift weltweit wächst. Also niemals unbekannte Pflanzen berühren!!!

Warum wird die giftige Rizinuspflanze in Gujarat angebaut?

Indien ist der grösste Rizinusölproduzent der Welt, und der Bundesstaat Gujarat ist das absolute Zentrum dieses Anbaus. Die Rizinuspflanze benötigt viel Sonne und Wärme, weshalb das tropisch-warme Klima in Gujarat ideal ist. Die Pflanze hat stacheligen Früchte und produziert ölhaltigen Rizinussamen, aus denen wertvolles Rizinusöl gewonnen wird. Dieses ist ein enorm vielseitiger Rohstoff. Es wird unter anderem in der Pharmazie (z.B. als Abführmittel), in der Kosmetik sowie als technisches Schmiermittel und in der chemischen Industrie für Farben, Lacke oder Polymere verwendet.

Vorsicht: Alle Pflanzenteile sind hochgiftig! Das in den Samen enthaltene Eiweiss Rizin gehört sogar zu den stärksten bekannten Pflanzengiften und kann bereits in winzigen Mengen tödlich wirken. Das Rizin geht jedoch nicht in das gepresste Öl über.
Fotos

Beim Glockenschmied

Genauso interessant ist der Besuch bei einem Glockenschmied. Er stehlt die Glocken für die Ziegen her. Immer wieder fasziniert es mich, wie in Indien die Menschen am Boden arbeiten und zum fixieren der Objekte die Füsse benutzen. Zuerst wird die Form der Glocke gehämmert, dann wird sie mit einem Gemisch bestrichen und kommt in den Ofen. Zum Schluss wird die Glocke nochmals gehämmert, erst dann bekommen sie einen schönen Klang. Von hier wandert natürlich ein wohl klingendes Glockenspiel als Erinnerung in meinen Koffer.

Bei den Holzverzierern

Danach spazieren wir zum Rand vom Dorf  und betreten wieder einen Hof, den ich selber nie gefunden hätte. Sobald wir eintreffen, wird es hektisch und alle kommen aus den Häusern und breiten ihren «Shop» aus. Es wird natürlich auch gezeigt, auf welches Handwerk sie sich spezialisiert haben. Hier verzieren sie Holzkochlöffel und kleine Wallhölzer für das Ausrollen der Chapatifladenbrote mit einer Lacktechnik. Dies habe ich bisher so noch nie gesehen. Es sind sehr arme Leute und hier komme ich etwas ins Dilemma, denn ich kann natürlich nicht bei allen etwas kaufen. Bei den Kindern kaufe ich nichts, denn sonst werden sie nicht in die Schule geschickt, falls Touristen nur bei ihnen kaufen würden. Zwei Kamele und einen Löffel wandern in meinen Koffer…

Die Bhunga Rudhäuser der Meghwal

Das Dorf Bhirandiara ist wieder komplett anders und besteht aus lauter traditionellen, kreisrunden Lehmhütten, den sogenannten Bhungas. Diese sind mit kunstvollen Mustern und Spiegeln verziert. Für mich sieht es auf den ersten Blick nach einem reinen Dorf für Touristen aus, doch ist dies wirklich die traditionelle Architektur vom Meghwal-Volksstam. Diese sogar erdbebensichere Bauweise wurde gewählt, da es in der heissen Zeit von März bis Mai sehr viele kleine Wirbelstürme gibt und die runde Form weniger Angriffsfläche bietet. Ich kann selber einige der ersten kleinen Wirbelwinde miterleben. Die Hauptbevölkerung des Dorfes gehört zum Stamm der Meghwal. Sie sind bekannt für ihre kunstvollen Textilarbeiten, bei denen feine Stickereien mit kleinen Spiegeln eingearbeitet werden. Fast jeder Dorfbewohner ist ein Handwerker, die Frauen kreieren Textilien, während die Männer oftmals Lederarbeiten und Weberei betreiben. Natürlich gibt es es ihre Arbeiten auch zu kaufen. Zum Glück sind die Leute aber nicht aufdringlich und akzeptieren es auch, wenn ich nichts möchte.

Das schönste Postoffice von Kutch

In Khavda sehe ich mal ein sehr spezielles Postgebäude. Es ist in einem schön bemalten Rundhaus untergebracht. Der Pöstler ist sehr erfreut über mein Interesse und Besuch und zeigt mir seine Stempelsammlung. Aber leider hat er keine Briefmarken für meine über 50 Postkarten, die ich gerne noch verschicken möchte.

Die Gesichter von Kutch

In die Salzwüste, der Ran of Kutch

Das Highlight der Region besuche ich Abends zum Sonnenuntergang. Die Ran of Kutch ist die grosse Salzwüste von Gujarat. Wir können bis zu einem grossen Parkplatz am Rande vom Salzfeld fahren, dann geht es zu Fuss bis zu einem grossen Turm in der Wüste. Alle anderen lassen sich im Pferde- oder Kamelkarren hinausfahren.
Leider versteckt sich die Sonne hinter Wolken, vielleicht wirkt darum alles etwas Grau und nicht so imposant und fotogen, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber es ist ein guter Ort um anderen Touristen zu beobachten, alles Inder, die hier Kamelreiten und viele Selfies machen.

Was ist die white Ran of Kutch?

Die Rann of Kutch ist eine riesige, saisonal überflutete Wüstenregion in Gujarat und der angrenzenden pakistanischen Provinz Sindh. Das Wort „Rann“ ist aus dem Hindi entlehnt und bedeutet Salzsumpf.
Ursprünglich war die Rann of Kutch eine Bucht des flachen Arabischen Meeres. Durch Erdbeben und die Hebung des Meeresbodens wurde diese jedoch vom Meer abgeschnitten und es entstand ein riesiger Salzsee. Im Laufe der Zeit verlandete der See zu einem Salzsumpf.
Der Monsun lässt im Sommer von Juli bis September den Meeresspiegel ansteigen und so fliesst das Meerwasser wieder in diese riesige Senke. Dieses verdunstet während dem Winter und hinterlässt eine kilometerweite Kruste aus reinem, weissem Salz – Meersalz bleibt zurück. Das ist fast unvorstellbar, denn das Meer ist ja mehrere Fahrstunden entfernt.



Die besonderen Kamele von Kutch

Neben Pferden mit sehr speziellen Ohren ziehen Dromedare, ein-höckrige Kamele, die geschmückten Touristenkarren. Ich laufe den Kilometer lieber. Da es bewölkt ist, ist es nicht zu heiss dafür. Die Kamele sind geschmückt und auch bemalt um Touristen anzulocken. Ich habe schon ein paar Mal Kamele in Rajasthan und auch Ladakh (da gibt es die zweihöckrigen Kamele) gesehen und bin darum überrascht als ich erfahre, dass diese Kamelart hier in Kutch einzigartig ist. Es heisst Kharai-Kamel. Der Name leitet sich vom Gujarati-Wort khara ab, was «salzig» bedeutet. Das ist ein direkter Hinweis auf ihre Anpassung an das salzige Ökosystem. Das Kharai-Kamel ist das einzige Kamel weltweit, das in der Lage ist, im flachen Meerwasser bis zu 3 Kilometer weit zu schwimmen, um Mangroveninseln als Weidegründe zu erreichen. Und dies ist überlebenswichtig, wenn während dem Monsun alles überschwemmt ist. Die widerstandsfähigen Kamele werden seit über 400 Jahren von den Hirtenstämmen der Rabari und der Fakirani Jat gezüchtet und gehütet. Der Bestand ist aber gefährdet. Ihre Existenz wird durch die Zerstörung der Mangrovenwälder bedroht, da die natürlichen Futterquellen austrocknen. Ich habe am nächsten Tag das Glück, Kharai- Kamele in der Natur zu sehen.

Das weisse Gold von Gujarat

Indien ist der drittgrösste Salzproduzent der Welt, und Gujarat ist das absolute Zentrum. In Gujarat werden über 70 % des indischen Salzes produziert. Die Gewinnung erfolgt hauptsächlich in der Rann of Kutch, der riesigen Salzwüste. Von Oktober bis Mai pumpen die Agariyas, die traditionelle Salzbauern, salzhaltiges Grundwasser an die Oberfläche und lassen es in der Sonne verdunsten. Die Arbeit auf den Salzfeldern ist extrem und körperlich anstrengend. Von der Autobahn kann ich jedoch beobachten, wie auch industriell Salz mit grossen Maschinen gewonnen wird. Ich weiss jedoch nicht, wie gesund dieses Salz noch ist, da gleich daneben die Autos auf der Autobahn entlang fahren und Hochspannungsleitungen darüber führen… Zum Glück gibt es aber auch noch andere Abbauorte.

Jeeptour rund um die Ran of Kutch

Heute bin ich den ganzen Tag im Jeep unterwegs, denn wir verlassen die geteerten Strassen. Unterwegs sehe ich einige Kamele und auch Wasserbüffel grasen. Diese gehören jemandem, können sich aber für die Futtersuche frei bewegen. Mein Guide erzählt mir, das es hier früher grüner gewesen sei, doch ein starkes Erdbeben im 18. Jahrhundert hätte einen Fluss umgeleitet. Um die Wüste aufzuhalten hatten die Briten dann Büsche gepflanzt, doch die brauchen viel Wasser. Der Monsun ist dieses Jahr sehr schlecht gewesen, deshalb ist jetzt im Februar das Grasland schon vertrocknet und einige Nomaden-Stämme, die ich gerne noch besucht hätte, sind in andere Gebiete gezogen. Ein Nomadendorf kann ich aber besuchen, sie stellen aus dem Holz der Büsche Holzkohle her. Da dies zum Schutz der Bäume aber offiziell verboten ist, bitten sie mich, sie nicht zu fotografieren, was ich natürlich respektiere.

Bei den Ziegenhirten von Kutch

Wir kommen an vielen Ziegenherden vorbei und die Hirten freuen sich über unseren Besuch. Es wird auch gleich der grösste Bock für ein Foto geholt, denn der ist natürlich der ganze Stolz der Besitzer und muss mit aufs Foto. Die wertvollsten Tiere tragen schöne Halsbänder und zum Teil auch Glocken. Eine solche Ziegenart, wie sie hier in Gujarat vorkommt, so gross und mit den langen Ohren, habe ich bisher noch nirgends gesehen.

Die Jungen müssen oft auch mithelfen und sind darum für das Hüten der Ziegen verantwortlich. Sie haben immer einen langen Stab dabei, einen Kanister mit Wasser und einen kleinen Sack mit Proviant, da sie den ganzen Tag unterwegs sind. Touristen als Abwechslung sind ihnen da sehr willkommen und sie beäugen mich fasziniert.

Im Dorf Hodka

Am späteren Nachmittag schaue ich mir noch das kleine Dorf Hodka in der Nähe von meiner Unterkunft an. Über den Mittag ist es zu heiss und dann machen auch alle eine Siesta. Trotzdem ist das Wetter noch recht aushaltbar, den es ist eine trockene Hitze und in der Nacht kühlt es recht stark ab. Ich werde von einer Familie zum Tee eingeladen und darf mir ihren Hof bestehend aus dem Küchenhaus, einer traditionellem Rundhaus und einem weiteren Haus anschauen. Mir gefallen die kleinen Dörfer viel besser, auch wenn es hier ruhiger zu und her geht.

Mahefeel e Rann Resort

Mein Resort besteht aus Rundhütten und Clampingzelten mit Bad. Ich habe das Zelt gebucht, bekomme aber eine Hütte zugewiesen und die sieht natürlich sehr schön aus und ist sicher doppelt so gross wie ein Haus der Einheimischen. In der Nacht gibt es einige Windböen, die sogar mein Fenster aufdrücken, so bin ich froh über die festen Mauern. Der Name vom Resort Mahefeel e Ran bedeutet «die Musik der Ran» und dass passt sehr gut, denn nach dem feinen Nachtessen spielt eine Band auf traditionellen Musikinstrumenten indische Lieder. Die anderen Gäste, alles Inder, tanzen dazu und ich werde in ihren Kreis gezogen und darf mittanzen. Und als es Stromunterbruch gibt, tanze ich unter einem prächtigen Sternenhimmel. Die Musiker spielen auch im dunkeln, sie können ihre Lieder auswendig. Was für eine Nacht…

Durch die Salzwüste auf der Strasse zum Himmel

Nach 2 Nächten verlasse ich Hodka. Jetzt geht meine Reise das erste Mal Richtung Osten. Für den Rückweg wähle ich die längere, aber hoffentlich interessantere Route über die «Road to Heaven«. Die schnellere Strecke würde einen grossen Teil den gleichen Weg zurückführen, wie ich schon gefahren bin, mehrheitlich über die Autobahn. Die Himmelsstrasse nach Dholavira geht hingegen durch die Salzwüste und ist mehrheitlich einspurig, so ist es bei Gegenverkehr immer eine Challenge zwischen den Fahrern, wer nachgibt und in den Sand ausweicht. Erst 2022 ist diese Strasse über einen Damm durch die Wüste eröffnet worden. Gebaut wird immer noch, denn der Damm und die Strasse wird fortwährend verbreitert. Ich bin so froh, diesen Weg gewählt zu haben, denn hier sehe ich die Szenerie, die ich mir unter der White Ran vorgestellt habe. Es hat sogar noch etwas Wasser auf dem Salz und dieses glitzert im Licht der Sonne. Während der kurzen Regenzeit von Juli bis September steht das Wasser hier bis zu 50 Zentimeter hoch. Jetzt ist nur noch ganz wenig Wasser übrig. Es sieht etwas aus wie auf den Malediven, weisser «Sand» und türkisfarbenes Wasser.

Noch ein Highlight hält der Weg für mich bereit, denn ich sehe meine ersten Flamingos. Ich muss zwar gestehen, deren Farbe habe ich mir etwas anders vorgestellt, aber entweder finden sie hier nicht das Futter, das ihr Gefieder pink färbt, oder dann sind das hier Jungtiere. Ganz interessant ist das Geräusch, dass sie machen, wenn sie die Schnäbel ins Wasser tauchen und ihre Nahrung daraus filtern. Ich könnte ihnen stundenlang zuschauen. Und zum Glück habe ich auch Zeit dazu.

Warum sind diese Flamingos nicht Rosa? 

Flamingos kommen immer mit einem weissen oder grauen Daunenkleid auf die Welt. Sie verfärben sich erst nach und nach. Die rosa Farbe stammt von Carotinoiden, die sie durch das Fressen mikroskopisch kleiner Algen aufnehmen. Fehlen diese Algen in der Nahrung, so bleiben sie ein Leben lang weiss. Aber später sehe ich doch noch rosafarbene Flamingos….

Die Ruinen von Dholavira

In einem Tag schaffen wir den Weg nicht bis in die nächste grössere Stadt und so machen wir einen Stopp auf der Insel Dholavira mitten in der Salzwüste. Dort  gab es vor 5000 Jahren eine grosse Stadt  mit dicken Mauern zum Schutz vor Tsunamis. Jetzt fast unvorstellbar, da das Meer über eine Tagesfahrt weit weg ist. Die Stadt hatten schon zu der Zeit ein ausgeklügeltes Wasser- und Abwassersystem. Das Wasser vom Fluss (den gibt es heute nicht mehr) wurde durch mehrere grosse Becken geleitet und so gefiltert. Sogar einen Sportplatz mit Tribüne gab es. Ich muss sagen ich bin kein so grosser Fan von archäologischen Stätten, doch mit Guide, der mir vieles erklärt und erzählt, ist das überaus spannend. Ich übernachte gleich neben den Ruinen in den Rundhütten vom Dholavira Tourist Resort.

Was machen Wasserbüffel in der Wüste?

Es ist kaum zu glauben, aber während der Monsunzeit ist die Region bis zu 50cm überflutet und dient als wichtiges Brutgebiet für zahlreiche Vogelarten. Natürlich lieben das Wasser auch die Wasserbüffel. Diese würde man ja sonst in der Wüste nicht vermuten. In Gujarat ist der Jafarabadi-Büffel stark verbreitet. Ihre Milch ist besonders dick, cremig und extrem fettreich, was sie ideal für die Herstellung von Ghee (eine Art Butter) und Paneer (eine Käseart) macht. Dazu brauchen sie nur weniger Gras. Ich kann beobachten wie die Wasserbüffel Abends zurück ins nahe Dorf kommen und dann vor ihrer Hoftüren warten, bis sie eingelassen werden. Jede Familie besitzt 1-2 Büffel.

Die kleine Salzwüste von Kutch

Eine weitere Fahrt von 5.5 Stunden liegt heute vor mir. Zuerst fahren wir über die Insel, die noch recht gross ist. Es wird grossflächig Kümmin, ein Gewürz, angepflanzt. Dann geht es nochmals über die Salzwüste. Hier liegt aber schon kein Wasser mehr. Danach kommt aber schon bald ein Highway und die Fahrt wird für mich wieder langweilig und eintönig. Mein heutiges Ziel ist das Dorf Bajana, das neben der little Ran of Kutch liegt, der kleinen Salzwüste von Gujarat.

Was ist die little Ran of Kutch?

Die Little Rann of Kutch ist eine zweite, ausgetrocknete und unberührte Fläche aus dunklem, salzverkrustetem Schlick, die sich nach den Regenfällen in ein Feuchtgebiet verwandelt.
Die kleine Salzwüste beherbergt das Wild Ass Sanctuary, die weltweit einzige Heimat des Asiatischen Wildesels Khur. Zudem ist die Region ein bedeutender Brutplatz für Flamingos und ein wichtiges Winterquartier für Zugvögel.

Auf Safari zu den Esel

Eine Safari für einen Esel? Ja richtig gelesen, das lohnt sich. Hier lebt eine spezielle Art Esel, die vom aussterben bedroht ist. Um die letzten noch verbliebenen Exemplare  zu schützen wurde dieses Naturschutzgebiet in der little white Ran, das Wild Ass Sanctuary, gegründet. Ich bin schon sehr gespannt, was ich alles sehen werde – also los auf Eselsafari.

Ich werde von einem Jeep im Hotel abgeholt und es geht etwa 15 Minuten bis zum kleinen Gate. Hierhin kommen nicht so viele Touristen und so hat es keine Warteschlange. Zuerst fahren wir zu einem kleinen See und danach ins Buschland. Dort sehe ich meinen ersten Esel ein einzelnes Männchen. Diese sind oft alleine unterwegs. Dann kommt eine ganze Gruppe in Sicht. Hier darf ich sogar aus dem Jeep aussteigen und mich langsam der Gruppe nähern und sie bei der Fellpflege und beim Spielen beobachten.
Danach geht es in die salzverkrustete Schlickebene, in das Herz der little Ran of Kutch.
Hier sehe ich am Wasser hunderte von pinken Flamingos losfliegen. Welch eindrückliches Bild. Schade nur komme ich nicht näher ran, aber die scheinen recht Kamarascheu zu sein.

Aller guter Dinge sind 2

Im Paket vom Hotel ist pro Nacht eine Jeepfahrt im Preis mit dabei. Wer 2 Nächte bleibt, der macht normalerweise eine Jeepfahrt in das Sanctuary und eine zum Dorf, wo dessen Handwerkskunst gezeigt wird. Handwerke haben wir ja schon viele gesehen, deshalb wollen wir lieber nochmals zu den Eseln. Eine zusätzliche Safari im Sanctuary ist auch kurzfristig kein Problem, denn die maximale Jeepanzahl pro Tag wird hier kaum erreicht. Und es ist die richtige Entscheidung, denn neben den Eseln sehe ich einen seltenen Wüstenfuchs mit seinem Jungen. Lange kann ich sie vor ihrem Bau in einem Erdhügel, der auch im Monsun trocken bleibt, beobachten.

Die Tiere vom Wild Ass Sanctionary

Wildesel in Indien

In Indien gibt es zwei verschiedene Wildeselarten, den tibetische Wildesel, Kiang, auf dem Changthang Plateau auf 4000 Meter über Meer (den habe ich auf meinen Reisen nach Ladakh schon gesehen) und den indischen Wildesel, Khur, in Gujarat. Beide Arten leben in sehr unwirklichen und lebensfeindlichen Gebieten und sind stark bedroht. Der Indische Wildesel ist eine seltene Unterart des Asiatischen Esels. Er ist sandfarben bis blassbraun und etwas kleiner und pferdeartiger gebaut. Er ist an das heisse Wüstenklima angepasst und ein sehr schneller Läufer.

Wüstenfuchs

Wüstenfüchse leben bevorzugt in den trockenen, sandigen Flussbetten, auf Sandhügeln und in Buschgebieten. Sie sind sehr klein und werden oft nicht grösser als eine Hauskatze. Wüstenfüchse besitzen ein sandfarbenes, Fell sowie eine weisse Schwanzspitze. Diese ist auch das wichtigste optische Unterscheidungsmerkmal zum Indischen Fuchs, welcher an der Schwanzspitze eine schwarze Färbung aufweist. Die Ohren vom Wüstenfuchs sind auffallend gross und spitz. Sie dienen als natürliche «Radarsysteme» zur Beutesuche und als effektive Klimaanlage, um bei der Hitze den Körper zu kühlen. Die Wüstenfüchse sind extrem scheu und perfekt an das Überleben in den halbtrockenen Wüstengebieten angepasst. Sie verbringen die heissen Tage oft in selbst gegrabenen oder von Stachelschweinen übernommenen unterirdischen Bauten.

Flamingo

Flamingos bilden in Gujarat die grösste Brutkolonie Asiens und einzige auf dem gesamten indischen Subkontinent. Gujarat ist die Heimat vom Rosaflamingo und dem Zwergflamingo. Der Rosaflamingo ist der grösste aller Flamingos und der offizielle Staatsvogel von Gujarat. Er erreicht eine Höhe von 140 cm. Der Zwergflamingo ist mit einer maximalen Höhe von 90 cm die kleinste Flamingoart. Zwergflamingos ernähren sich von Blaualgen und Kieselalgen, weshalb sie vor allem in flachen, alkalischen Lagunen und Salzmarschen zu finden sind.

Auf den Baumwoll- und Rizinusfeldern

Ganz so ruhig wie in Hodka ist es hier nicht, denn ganz in der Nähe gibt es Bahngleise und wenn hier ein Zug mit bis zu 94 Schiffscontainer durchfährt, dann wird natürlich kräftig und unaufhörlich gehupt. Jetzt ist es um den Mittag auch heiss, solche Temperaturen hätte ich eigentlich schon in der Region Bhuj erwartet. Auch Abends kühlt es nicht mehr so stark ab. Trotzdem unternehme ich natürlich einen Spaziergang in die Umgebung und schaue mir die Felder an. Es wird Rizinus und Baumwolle angepflanzt. Auf einem Feld sehe ich sowohl die Blume als auch die aufgeplatzten Kapseln der Baumwollpflanze, welche die Fasern enthalten. Wahrscheinlich wird die Baumwolle schon bald geerntet werden.

Royal Safari Camp

Das Royal Safari Camp hat 25 Rundhäuser, die aus lokalem, rotem Stein erbaut wurden. Sie sind zudem den Kooba-Häusern der Banjania-Gemeinschaft nachempfunden, die hier leben. Die Häuser liegen in einem sehr grossen Garten. Ich werde von Vogelgezwitscher und dem Geschrei von überfliegenden Kranichen am Morgen geweckt. Die Eingangshalle enthält ganz viel Geschichte und Antiquitäten. Und da es nur hier Internet gibt, muss die Kamera natürlich immer mit, damit ich noch einige Detailaufnahmen machen kann.

Meine Beiträge zu Gujarat:

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Alle hier vorgestellten Hotels habe ich auf meinen verschiedenen Reisen durch Kerala schon besucht und natürlich darin übernachtet. Es ist keine Werbung, da selbst gebucht und bezahlt. Da sich Hotels mit der Zeit auch verändern, kann ich aber keine Garantie übernehmen, dass diese immer noch gut und empfehlenswert oder bezahlbar sind.

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