In den Backwaters von Kerala

Die Backwaters von Kerala sind ein absolutes Highlight einer Rundreise durch den Süden von Indien. Was du nicht verpassen darfst? Das zeige ich dir hier!
Die Backwaters von Kerala sind ein einzigartiges, über 1500 km langes Labyrinth aus Lagunen, Seen, Flüssen und Kanälen parallel zur Malabarküste am südlichsten Zipfel von Indien. Es besteht aus 44 Flüssen, 5 grossen und etlichen kleinen Seen, die von üppiger Natur und Dörfern gesäumt sind. Gerne möchte ich dir hier einen Einblick in meine Reisen und Bootsfahrten in die verschiedenen Backwatergebiete von Kerala geben und dir meine Reiseerfahrungen schildern. Am Schluss findest du noch einige Tipps für deine Reise in die Backwaters.

die Wasserstrassen von Kerala

Was sind die Backwaters überhaupt?

Die Backwaters in Kerala entstanden über Jahrtausende durch das Zusammenspiel vom Fusswasser aus den Bergen der Westghats und den Meeresströmungen des arabischen Ozeans. Wellen und Strömungen bildeten Barriereinseln, die das Süsswasser der Flüsse zurückhielten und so ein ausgedehntes System aus Lagunen, Seen und Kanälen schufen, das parallel zur Küste verläuft. In den Backwaters verbindet sich das Süsswasser aus den Flüssen mit dem Salzwasser aus dem Meer, was eine reiche Flora und Fauna  mit üppigen Mangroven ermöglicht.

Die Bevölkerung hat die Kanäle dann erweitert und ausgebaut und so ein ausgeklügeltes Transport- und Bewässerungssystem geschaffen.
Viele Gebiete befinden sich unter dem Meeresspiegel und die Kanäle wurden so angelegt, dass die grossen Reisefelder innerhalb des Wassernetztes mit Wasser gefüllt werden können. Dabei gibt es ein System aus Dämmen, sodass das Wasser sowohl abgelassen, als auch zugeführt werden kann.

Schon seit Jahrhunderten dienen die Backwaters auch als Handels- und Verkehrswege. Auf vielen Kanälen verkehren regelmässig Fähren. 900 km der Wasserstrassen sind schiffbar.

Mit dem Boot auf die Backwaters

Hausboot

Das traditionelle Kerala- Hausboot hat die Backwaters weltweit bekannt gemacht. Die ersten Hausboote bestanden fast ausschliesslich aus natürlichen Materialien. Heute versteckt sich unter den Palmenwedeln meistens moderne Materialien, denn die meisten Gäste bevorzugen leider klimatisierte Räume. Zudem hält so ein Boot viel länger.

Shikara

Es ist ein traditionelles schmales Holzboot, das oft ein palmwedelgedecktes Dach besitzt. Es ist eine günstigere und wendigere alternative zu den Hausbooten. Mit den motorisierten Shikara können auch kleinere Kanäle befahren und das Dorfleben am Wasser beobachtet werden. Es hat oft komfortable Stühle für bis zu 12 Personen.

Countryboot

So wird in Kerala ein Holzboot bezeichnet, dass keinen Motor besitzt. Der Käpitän bewegt das Boot mit einem langen Bambusstab vorwärts, er stachelt. Diese Boote haben dadurch kein Schattendach, so ist eine Fahrt Morgens oder vor dem Sonnenuntergang zu bevorzugen.

Meine Reise in die Backwaters von Kerala

Ich habe die verschiedenen Backwater- Regionen auf mehreren Reisen mit verschiedenen Fortbewegungsmitteln besucht. Die Reise zwischen den Orten ist auch immer ein Erlebnis, vor allem wenn ich mich über die Nebenstrassen bewege. Ich zeige dir nachfolgend die schönsten Orte der Backwaters von Süden nach Norden auf.

Paravur Lake

Im Süden von Kerala liegt der Paravur Lake. Der See ist weniger überlaufen als andere Backwater-Regionen, was ihn meiner Meinung nach zu einem Geheimtipp für Ruhesuchende und Naturliebhaber macht. Am Ende vom Paravur See gibt es einen wunderschönen und ursprünglichen Flecken Natur. Hier hat es Mangroven und ein Teil davon kann ich mit dem Kajak, Haus- und Countryboot entdecken.

Die Mangroven von Kerala

Mangroven sind ganz erstaunliche Pflanzen, denn sie wachsen dort, wo die Bedingungen für gewöhnliche Bäume tödlich sind: in salzigem Wasser, unter sengender Sonne, dem Wechsel der Gezeiten ausgesetzt. So sind die Backwaters ein perfekter Lebensraum für die Mangroven. Sie verbreiten ihre Samen auf eine sehr spezielle Weise, die als Viviparie, Lebendgeburt, bekannt ist. Die Samen bleiben lange am Baum und entwickeln sich zu länglichen Keimlingen. Die reifen Keimlinge fallen vom Baum und schwimmen im Brackwasser. Die Strömung und Gezeiten verteilen sie über weite Strecken.Wenn die Keimlinge an einem geeigneten Ort an der Küste ankommen, setzen sie sich im Schlick fest. Aufgrund der bereits vorhandenen Keimung wurzeln die jungen Mangroven sehr schnell. Dieser Mechanismus ermöglicht es den Mangroven, in der schwierigen Umgebung des Gezeitenbereichs zu überleben. Mangroven spielen in Kerala eine entscheidende ökologische, wirtschaftliche und schützende Rolle und sind eng mit den Backwaters verbunden. Sie sind auch essenziell für die lokale Fischerei, da sie als Kinderstube für Fische, Krabben und Garnelen dienen.

Kajakfahrt auf dem Paravur See

Ich wähle für meine Kajakfahrt den frühen Morgen kurz nach Sonnenaufgang. Ich muss gestehen, ich bin zuerst etwas erschrocken über die für indische Verhältnisse doch recht hohen Boots- und Kajakpreise am Paravur-Lake. Und dies trotz vieler Anbieter und der dadurch resultierenden Konkurrenz. Jedoch muss ich sagen, wird hier auch Wert auf Sicherheit gelegt, so bekomme ich vor meiner Kajakfahrt eine gute Einweisung. Wahrscheinlich soll so etwas der Massentourismus verhindert werden, der dem fragilen Ökosystem der Mangroven schaden würde.
Trotz der «hohen» Preise lohnt sich eine Kajakfahrt auf jeden Fall. Der See ist auch gut für Anfänger geeignet, denn es hat nur wenig Strömung und das Wasser ist sehr ruhig. Ich bin in einer kleinen Gruppe mit Guide unterwegs.

durch die Mangroventunnels von Paravur

Die Highlights vom See sind die zwei Mangroven-Tunnel. Es geht dort mitten durch die Bäume. Die nachfolgenden Fotos davon sind von meiner Countybootfahrt am nächsten Tag zum Sonnenuntergang, denn zum Kajakfahren wollte ich nur meine wasserfeste GoPro mitnehmen.

Am Ende vom «Tunnel» gibt es einen «Picknickplatz» wo ein Boot Kokosnüsse und Getränke verkauft. Hier darf auch gebadet werden. Ich bin da aber etwas zwiegespalten, denn einerseits habe ich etliche Quallen mit langen Tentakeln im Wasser gesehen, anderseits aber auch, wie mein Kajakguide eine in der Hand gehalten hat. Jeden den ich aber bisher gefragt habe, ob sie wehtun, hat mir mit «Ja» geantwortet. Darum probiere ich es jetzt mal nicht aus! Stattdessen fahre ich noch einmal durch den Mangroventunnel, währendem sich meine indische Gruppe im Wasser vergnügt. Da viele Inder nicht schwimmen können und sie hier eine Schwimmweste tragen müssen, ist das für sie vielleicht auch eine zu verlockende Gelegenheit um einmal im See zu schwimmen. 

Quallen in den Backwaters

Mit Quallen habe ich in den Backwaters nicht gerechnet. Aber im Paravur- und Ashtamudi Lake und in den nördlichen Valiyaparamba-Backwaters habe ich etliche dieser Kreaturen beobachten und auch fotografieren können. Die Quallen in den Backwaters sind ein zunehmendes Umweltproblem, das die traditionelle Fischerei beeinträchtigt. Durch den Rückgang natürlicher Fressfeinde und Klimaveränderungen kommt es immer öfters zu Quellenblüten. Diese erreichen ihren Höchststand vor dem Monsun in den Monaten zwischen Januar bis Mai. In diesem Zeitraum schaffen eine Kombination aus verringertem Süsswasserzufluss durch die Trockenheit und steigenden Temperaturen ideale Bedingungen für die Vermehrung von Quallen.
Ich habe die Quallenart Acromitus flagellatus, Lokal bekannt als Vellachori oder Kandal Chori am Meisten gesehen. Sie hat einen bis zu 20cm grossen Schirmdurchmesser,  ist transparent mit schwarzen Flecken. Sie sei ungefährlich für Menschen.

Wenn es Nacht wird über den Mangroven

Auch sehr besonders ist die grosse Flughundekollonie, die im Bambushain bei den Mangroven ihr Tagesquartier gewählt hat und kopfüber in den Bäumen hängt. Sobald es dunkel wird, fliegen sie alle in Richtung vom Meer auf der Suche nach Futter. Momentan werden einige Früchte wie Mango, Sabote oder Jackfruits reif, ein Festmahl für die Tierwelt.
An einem Abend warte ich jedoch vergeblich auf den Überflug der Flughunde. Und die Erklärung folgt auch keine Stunde später, denn ein unglaublich starkes Gewitter zieht über den See. Richtige Sturzfluten fallen vom Himmel zu Boden. Die Tiere scheinen dies vorausgesehen zu haben. Für mich wird nun der Gang zum Restaurant zu einem kleinen Abenteuer, denn der Schirm mag gar nicht alles Wasser abhalten. Zudem ist der Weg nun von Fröschen und Kröten bevölkert. Aber nach 2 Stunden ist der Spuk schon wieder vorbei.

Flughunde

Kerala ist die Heimat vom indischen Riesenflughund. Seine Flügel können eine Spannweite von bis zu einem Meter erreichen. Im Gegensatz zu ihren insektenfressenden Verwandten, den Fledermäusen, sind Flughunde Vegetarier. Besonders gerne fressen sie weiche Früchte wie Mangos, Guaven, Bananen, Feigen und Papayas. Diese gibt es natürlich zuhauf in Kerala. Weiter ernähren sie sich vom Nektar und den Pollen verschiedener Blüten. Auch zarte Knospen stehen auf ihrem Speiseplan.
Flughunde sind darum sehr wichtig für das Ökosystem in Kerala, da sie als Samenverbreiter und Bestäuber für viele Pflanzenarten fungieren. Leider sind sie auch Wirte eines gefährlichen Virus, wodurch Abstand gehalten werden und keine von Flughunde angefressenen Früchte verspeist werden sollten. Flughunde sind nachtaktiv und schlafen tagsüber in grossen Kolonien kopfüber in Bäumen. Um sich im Dunklen orientieren zu können, haben sie einen gut ausgeprägten Geruchssinn.

Der schönste Sonnenuntergang am Paravur Lake

Der beste Aussichtspunkt am Abend ist die Sunsetbar, denn von hier habe ich einen fantastischen Blick auf den See mit den Mangroveninseln im Licht der untergehenden Sonne. Dazu ein feiner Drink und frittierte Bananen – ein perfekter Abschluss vom Tag.

Übernachten direkt am Paravur See

Das Fragrant Nature Retreat and Resort in Paravur ist eines der wenigen Hotels direkt am See mit einem wunderschönen Garten, Ayurvedacenter und Pool im Bambushain. Hier kann ich nach meinen Entdeckungstouren auf dem See oder die Umgebung auch richtig relaxen und etwas  «Ferien» geniessen. 

Grünes Paradies am See

Der Garten vom Fragrant Nature Resort ist einfach toll für eine Fotografin. Hier gibt es sehr viele Pflanzen, Früchte, Blumen und Tiere zu entdecken. Besonders stolz bin ich natürlich auf die Fotos vom Paradiesvogel.

Indischer Paradiesfliegenschnäpper

Der im englischen als «Indian Paradise Flycatcher» bezeichneten Vogel ist wunderschön, ein wahrer Paradiesvogel. Wenn er fliegt dann flattern die zwei 30cm lange Schwanzfeder wie ein Band im Wind.
Der indische Paradiesfliegenschnäpper ist ein Singvogel, der in Indien heimisch ist und in den Wäldern von Kerala beobachtet werden kann. Nur die Männchen haben die langen Schwanzfedern. Es gibt sie in zwei Farbvarianten: eine rostrote und eine weisse, beide mit einem glänzend schwarzen Kopf, einer Haube und einem blauen Ring um die Augen. Ich konnte den weissen Paradiesvogel gleich zwei Mal im Garten vom Fragrant Nature Resort in Paravur beobachten. Was für ein Glück.
PS: Den braunen Vogel, denn du hier in der Bildershow siehst, ist das Weibchen. Es hat keinen so langen Schwanzfedern.

Farbenpracht am Paravur See

Manchmal liegt in den kleinen Dingen der grösste Zauber inne. Kerala und vor allem auch die Backwaters sind für mich ein kleines Paradies im manchmal hektischen und lauten Indien. Alles ist Grün, üppig und überall blühen Blumen. Weiss, Gelb, Rosa, Rot, Violett und Blau, die ganze Farbpalette ist vertreten. Im Fragrant Nature Resort wird mit Blumen aus dem Garten auch noch wunderbar dekoriert. Im Garten wachsen zum Beispiel Frangipani, Hibiskus, Bougainvillea.

Aktivitäten auf dem Paravur Lake:
Countryboot 2h 2500RS / Kajakfahrt 2-3h ab 800RS / Hausboot oder Motorboot Fragrant Nature Resort 1h 3000RS
Ausflüge rund um den Paravur Lake:
Shopping und Strand in Varkala (30min) / Kollam und Leuchtturm (30min) / Jatayu Earth Center (1h) / Munroe Island (1h) / Thiruvananthapuram (2h)

Ashtamundi Lake und Munroe Island:

Im Nordosten vom Ashtamundi See liegt die kleine Insel Munroe. Die Region mit ihren vielen kleinen Wasserkanälen ist bis jetzt zum Glück touristisch noch wenig erschlossen, da sie etwas abgelegen vom Highway und dem Meer liegt. Es hat vor allem kleinere, familiengeführte Homestays auf der Insel. Die Boots- und Kajakpreise sind darum auch noch recht günstig und vom Tourismus profitieren die Einheimischen. Ich will mir unbedingt die Insel anschauen und das hat sich wirklich gelohnt.

Bist du alleine oder mit kleinem Budget unterwegs, so würde ich dir empfehlen,  hier einen Zwischenstopp mit Übernachtung zu machen. Die Insel verfügt sogar über einen Bahnhof, was das Reisen sehr einfach macht. Aber Achtung, nur wenige Züge stoppen hier. Doch auch für alle anderen ist die Insel ein Tages- oder Mehrtagesausflug wert.

Countrybootfahrt um Munroe Island

Ich habe vom Fragrand Natur Resort aus einen Halbtagesausflug nach Munroe Island unternommen. Per Whatsapp habe ich mir schon vorher ein Contryboot von 15-18 Uhr reserviert. Dann ist es nicht mehr zu heiss, doch ich muss auch nicht im Stockdunkeln heimfahren, denn erst zwischen 18.30 und 19 Uhr geht die Sonne unter. Hier bekomme ich auf der bis zu 3h dauernden Countrybootsfahrten rund um die Insel ein abwechslungsreiches Bild geboten. Schmale Kanäle durchziehen die grüne Landschaft, vorbei an Fischfarmen, kleinen Feldern und Häusern. Unterwegs haben wir noch bei einem kleinen «Tante Emma Laden» für einen Chai-Tee gehalten. Die Besitzerin hat sich sehr über den Besuch gefreut.

Wir fahren dann aber auch ein Stück in den offenen See hinaus. Nun muss der Kapitän sogar rudern, denn das Wasser ist zu tief zum Stacheln. Und natürlich fahren wir auch in die Mangroven. Ein Highlight ist für mich, das wir dort bei einer kleinen Sandbank anlegen und ich von Bord gehen kann. Das Wasser ist sehr warm und ich kann die Samen der Mangroven von nahem bewundern.
Auf Munroe Island kannst du auch Kajakfahren. Das ist auch alleine ohne Guide möglich, doch dann würde ich unbedingt das Handy mitnehmen, denn in den kleinen Kanälen würde ich die Orientierung verlieren. Auch beachtet werden sollte der Wasserstand, denn durch den Einfluss vom Meer schwankt dieser. Einige Brücken sind sehr niedrig. Bei meiner Fahrt am Nachmittag herrscht zum Glück gerade Niedrigwasser, trotzdem muss ich mich im Boot einige Male unter den Brücken ducken.

Aktivitäten rund um Munroe Island:
Bootsfahrt mit dem Countryboot 3h 2000RS, Sonnenuntergangsfahrte, Kajaktouren, Fahrradtouren, Ausflug nach Kollam ca 45min

Alappuzha (Alleppey):

Alapphuza, oder Alleppey, wie es früher auch genannt wurde, ist das Backwaterzentrum von Kerala und liegt am südlichen Ende des Vembanad Sees. Hier beginnt ein Netz aus Wasserwegen, dass sich in Norden bis nach Kochi und bis in den Süden von Kerala erstreckt. Alapphuza hat den grössten Hafen der Region mit ganz besonderen Schiffen. Von hier aus starten die Bootsfahrten mit den schönen, für die Backwaters von Kerala typischen, palmblättergedeckten Hausbooten. Von klein bis gross, von rustikal bis luxuriös, von traditionell bis modern, ich sehe die unterschiedlichsten Boote. Hier habe ich dir eine kleine Auswahl:

Die Geschichte der Kettuvallam, den traditionellen Backwaterboote

Die Hausboote sind keine neue » Erfindung» für den Tourismus, sondern es gibt das Kettuvallam schon seit über 200 Jahren. Der Name setzt sich aus den lokalen Malayalam-Wörtern Kettu (binden) und Vallam (Boot) zusammen, da die Holzboote traditionell ohne einen einzigen Nagel zusammengebunden werden. Der Rumpf besteht aus Hartholz, oft vom Jackfruit-Baum, und die Dächer sind kunstvoll aus Bambus und Palmblättern geflochten. Früher transportierte man damit Reis, Gewürze und andere Güter von Dorf zu Dorf. Mit dem Aufkommen moderner Transportmittel waren die Kettuvallam aber vom Aussterben bedroht. Doch dann kam ein findiger einheimischer Geschäftsmann in den 1990er Jahren auf die brillante Idee sie zu Hausbooten für Touristen um zu funktionieren. Ausgestattet mit einem hübsch eingerichteten Wohnraum, einem komfortablen Schlafzimmer mit Bad und natürlich einem Balkon oder Aussichtsdeck lässt das Boot Herzen von Abenteuern und Geniessern gleichwohl höher schlagen.

mit dem Hausboot auf die Backwaters

Klar muss ich in Kerala auch auf einem Hausboot reisen! 
Bei der Ausstattung der Boote gibt es einige Unterschiede. Die neueren Schiffe bestehen oft nicht mehr aus den traditionellen Baumaterialien, sondern sind witterungsbeständiger gebaut und lassen sich auch klimatisieren, selbst die Aufenthalts- und Aussichtsräume. Ich als Fotografin mag natürlich lieber die alten, etwas «modrigen», urchigen und vor allem offenen Schiffe und die, die oben auf dem Dach noch eine zusätzliche Terrasse haben, denn von dort habe ich eine etwas andere Perspektive auf die palmengesäumten Wasserkanäle. Bis jetzt hatte ich immer Glück mit «meinem» Schiff und kann nicht klagen.

Hier habe ich dir einige Fotos von meiner Rundtour von Alapphuza zum Vembanad- See, eine ca 5h dauernden Tagestour mit Mittagessen. Eine Bootsfahrt ist eine unglaublich schöne Auszeit vom hektischen Indien. Und so lasse ich mich von der 2- köpfigen Crew verwöhnen und geniesse die vorbeiziehende Landschaft. Zum Mittagessen gibt es natürlich frittierten Karimeen, ein Backwaterfisch. 

Übernachten auf dem Hausboot:

Ich habe mir auf meiner aller ersten Keralareise natürlich auch eine Hausbootfahrt gegönnt und gleich eine 3-Tagestour gemacht, um mehr von den Kanälen und dem Alltag in den Backwaters zu sehen.
Gegessen werden alle Mahlzeiten auf dem Schiff, dazu hat es im hinteren Teil eine kleine Küche in der unser Koch alles frisch zubereitet. Auf einem der Fotos macht er gerade Appams, eine Art Fladenbrot aus Reisteig und Kokosmilch. Spätestens gegen 17 Uhr wird ein Ankerplatz am Kanalufer angefahren, wo die Nacht verbracht wird. Und hatte ich nicht ein tolles Zimmer? So richtig indisch kitschig, aber einfach passend und mit Charme. 

Shikara Fahrt auf den Backwaters

Von Allepey aus sind auch Shikara Fahrten von 1-3 Stunden möglich. Diese sind natürlich bedeutend günstiger. Ein weiterer Vorteil ist, dass die kleinen Boote wendiger sind und so auch in die kleinen Kanäle einfahren können. In diesen sehe ich stark, wie sich die Backwaters seit meiner ersten Reise 2010 verändert haben. Fortwährend müssen die Mauern erhöht werden, damit das Wasser der Kanäle nicht die tiefer liegenden Felder überfluten. Einige Häuser stehen darum auch auf Stelzen. Noch immer spielt sich das tägliche Leben am Wasser ab, es wird gewaschen, gekocht, gearbeitet und viel gelacht.

Übernachtgstipp Alleppey:

Wer nicht auf einem Hausboot übernachten möchte,
so gibt es  Unterkünfte direkt an den Kanälen.
Ich habe jedoch am wunderschönen mit dem Tuktuck ca 1h
entfernten Marari Beach übernachtet.

Aktivitäten rund um Allepey:

Hausbootfahrt, Shikarabootfahrt, Kajak
Alleppey Beach mit Leuchtturm / Marari Beach
Regenschirmshopping auf dem Umbrella Markt

Malarikkal:

Die Region von Malarikkal südlich von Kumarakom ist berühmt für seine Wasserlilien, die während und kurz nach dem Monsun von August bis Oktober auf den überfluteten Reisfeldern wachsen und die Landschaft ganz Pink färben. Ausflüge mitten in die Blumen mit kleinen Stachel- und Paddelbooten sind dann möglich. Doch was tun, wenn ich Ende Februar in der Region bin? Am besten natürlich vorbei fahren und schauen, denn Malarikkal liegt fast auf meiner Fahrstrecke vom Vembanadsee zum Paravursee. Und ich habe Glück, bei dem bei Google Maps eingezeichneten Punkt treffe ich auf einen Dorfbewohner, der mir gerne die Wasserlilien zeigt. Ja richtig gehört, auch im Februar können diese bewundert werden. Jedoch nur in kleiner Anzahl und etwas entfernt in einem angrenzenden Backwaterkanal, denn auf den Feldern reift nun der Reis. Dieser kann in ca. 2 Wochen geerntet werden.

Nachdem mein Bootsführer von Zuhause noch schnell Benzin geholt hat, geht es auch schon auf die 20 minütige Fahrt im kleinen Motorboot zu den Wasserlilien. Ich erreiche sie dann gerade noch rechtzeitig, denn Wasserlilien blühen zum fotografieren nur kurz. Abends um ca. 20 Uhr öffnen sie ihre Blüten und vor 11 Uhr mittags gehen sie schon wieder zu. Wusstest du das diese Blume über Nacht blüht? Ich nicht. Lotusblumen, die ähnlich aussehen, blühen hingegen den ganzen Tag. In Malarikkal gibt es 4 Arten von Wasserlilien, pinkfarbene, rosarote, weisse und eine ganz kleine sehr besondere Art.

Wasserlilien und Seerosen

Die Nymphaea stellata wird in Indien Wasserlilie genannt, im deutschen wird sie als Stern-Seerose bezeichnet. Die Blume hat in Kerala eine bedeutende Stellung in der Kultur und Natur und wird in der Medizin auch bei Ayurvedabehandlungen verwendet. Sie wächst zahlreich in den Backwaterkanälen und währen dem Monsun auch auf den überschwemmten Reisfeldern.
Speziell ist an den Wasserlilien, dass sie ihre Blüten in der Nacht öffnen. Die Wasserlilie lockt so nachtaktive Insekten, Falter und Käfer zur Bestäubung an. In der Dunkelheit haben sie weniger Konkurrenz. Drei der hier vorkommenden Arten sind zudem weiss oder hellrosa, da sie so das Mondlicht besser reflektieren.

Aktivitäten in Malarikkal
Bootsfahrt 1h um 1500RS mit Motorboot in der off- Season, ansonsten mit Paddelboot wahrscheinlich um 800RS

Vembanad Lake und Kumarakom:

Der Vembanadsee ist der grösste See von Kerala. An einigen Stellen kann ich so knapp im Dunst das andere Ufer erahnen. Neben Alappuzha (Alleppey) ist Kumarakom einer der bekanntesten Orte am See mit einer kleinen Auswahl an schönen Unterkünften direkt am Wasser. Von hier aus lassen sich die Hausboote gut beobachten, die vorbei fahren und der Sonnenuntergang ist immer ein Foto wert.

Bootsfahrt in den Kanälen und auf dem See

Hier unternehme ich sowohl eine Shikara- wie auch eine Motorbootfahrt auf dem See und in die Kanäle, denn je nach Tageszeit ist die Szenerie eine andere. Auf der Fahrt im traditionellen und palmengedeckten Shikaraboot geht es am späteren Nachmittag los, denn dann kann ich den Sonnenuntergang im See erleben. Da ich den Sonnenuntergang aber schon von meiner Unterkunft aus sehe, ist für mich die Fahrt in die Kanäle und am Morgen interessanter. Dann sehe ich auch mehr Vögel, wie zum Beispiel die Kingfisher, die Eisvögel oder den Schlangenhalsreiher.

Übernachten direkt am See

Es gibt nichts schöneres als während der Mittagshitze im Pool des Water Scapes Resorts zu liegen und den vorbei fahrenden Hausbooten zu zu schauen. Das Wasser ist angenehm warm und so könnte ich ewig darin verbleiben. Doch die Umgebung mit dem Kumarakom Bird Sanctuary und seine Pflanzen- und Tierwelt ist zu verlockend, um sie mit meiner Kamera zu entdecken und einzufangen.

Die Häuser stehen alle auf Stelzen über kleinen Wasserkanälen, in denen Schildkröten, Fische und Echsen leben. Diese sind aber sehr scheu und nur schwer zu entdecken. Hier ist etwas Geduld und Zeit gefragt… Besonders fotogen ist für mich auch der kleine Teich mit Lotusblumen.

Lotusblumen

Die Lotusblütenblätter können bis zu 30cm gross werden. Die Rhizome sind am Ende in der Mitte der Blüte knollig verdickt und haben grosse Hohlräume. Diese bleiben bestehen wenn die Blütenblätter schon abgefallen sind, auch sehr fotogen wie ich finde.
Alles kann von der Lotusblume verwendet werden. Die Wurzeln, Früchte, Samen und Stängel sind Essbar. Die Blätter dienen als Verpackung für Speisen, und Teile der Pflanze finden als Arznei Verwendung.Die Samenkerne werden bei Gebetsketten eingesetzt.
Seine Fähigkeit, Schmutz von sich zu weisen, liess den Lotos in Indien und weiten Teilen Asiens zum Sinnbild für Reinheit, Treue, Schöpferkraft und Erleuchtung werden. Das Symbol findet sich sowohl im Hinduismus als auch im Buddhismus, wo  Buddha regelmässig auf einer geöffneten Lotosblüte oder einem Lotosthron sitzend dargestellt wird.
Im Hinduismus, der in Kerala tief verwurzelt ist, steht die Lotosblüte für Reinheit, Schönheit, Erfolg und göttliche Geburt.

Kumarakom Bird Sanctuary

Das staatlich geführte Waterscapes Resort ist eine recht besondere Unterkunft, denn sie liegt direkt neben dem Kumarakom Bird Sanctuary. Dieses ist zwar bei meinem Besuch wegen Renovierung geschlossen, doch zum Glück halten sich Vögel nicht an Reservatgrenzen und so kann ich viele Arten im grossen, offenen Hotelgarten aus nächster Nähe beobachten. Wer weiss, vielleicht hätte ich im Dschungel des Sanctuarys mehr mühe gehabt, die Vögel zu entdecken. Hier einmal ein paar Impressionen vom Garten und dem anschliessenden Dschungel.

Morgens ist die beste Zeit um Vögel zu beobachten, denn dann sind sie am aktivsten und gut auch durch ihre Rufe zu entdecken.

Birdwatching in den Backwaters

Die Backwaters von Kerala sind ein tropisches Paradies für Vogelbeobachter. Mehr als 90 Vogelarten, darunter farbenprächtige Eisvögel, Kormorane, Reiher und Schlangenhalsvögel… bewohnen das Labyrinth aus Seen und Kanälen. Von November bis Februar kommen zudem unzählige Zugvögel aus dem Himalaya und Sibirien hinzu. Besonders schön kann ich einen Schwarzstorch und einen Brahminenweih beim Wasser trinken beobachten und fotografieren. Einige Vögel sehe ich immer wieder bei den gleichen Bäumen, andere fliegen einmal vorbei, gut habe ich meine Kamera immer griffbereit. Tipps zum Fotografieren von Vögeln im Flug findest du in meinem Reisebericht Kerala – die Nilgiris.

Besonders oft habe ich die nachfolgenden Vögel in den Backwaters beobachten können:

Flaggendrongo

Greater Goldenback Woodpecker

Kingfisher:

Brahminenweih:

Kalaripayattu – die etwas andere Morgenaktivität

Hier am See im Coconut Lagoon Resort durfte ich frühmorgens um 5.30 Uhr beim Kalaripayattu mitmachen. Kalaripayattu ist die traditionelle Kampfkunst von Kerala. Sie gilt als eine der ältesten Kampfkünsten der Welt. Kalaripayattu zeichnet sich durch kraftvolle Akrobatik, geschmeidige Bewegungen und intensive Kämpfe aus. Es verbindet Körperbeherrschung mit Yoga-Elementen. Obwohl mir der Leiter der Gruppe erklärt, dass schon lange kein Tourist mehr zu so frühen Stunde zu ihnen gekommen ist, und sie darum nichts vorbereitet haben, durfte ich bei einigen Übungen mitmachen. Leider existieren davon keine Fotos – aber vielleicht ist das auch besser so…

Schlafen unter Kokospalmen

Ein weiteres wunderschönes Resort, das ich bei meiner ersten Reise nach Kerala besucht habe, ist das Coconut Lagoon. Es besticht durch seine kleinen, detailreichen Holzhäuser im Keralastyl in einem grossen, üppigen Garten direkt am See. Dabei handelt es sich um historische Villen und Bungalows, die aus alten, demontierten Kerala-Häusern wiederaufgebaut wurden.
Heute ist das Hotel recht teuer geworden, und vom Wasser aus habe ich gesehen, dass es viel mehr Bungalows hat, doch es ist sicher immer noch einen Besuch wert.

Aktivitäten in Kumarakom:

Bootsfahrten 1h zwischen 600-1000Rs/h lokale Anbieter in der Nähe vom Kavanattinkara Bus-Stopp
Bootsfahrt vom Kumarakom Bird Sanctuary, entweder in die Kanäle oder auf den See, 75Min 750RS
Birdwatching im Kumarakom Sanctuary 250RS Eintritt und ca 300RS für einen Guide

Die Backwaters rund um Kochi:


Speziell für die Backwaters rund um Kochi sind die chinesischen Fischernetze, mit denen hier noch aktiv gefischt wird. Die chinesischen Fischernetze sind auch eine wichtige Sehenswürdigkeit von Fort Kochi. Touristen dürfen hier auch gegen eine kleine Gebühr auf das Fischernetz und sogar beim heraufziehen mithelfen.

Chinesische Fischernetze

Die auch „Cheena Vala“ genannten Fischernetze sind das Wahrzeichen und eine grosse Touristenattraktion von Fort Kochi. Vor allem morgens und zum Sonnenuntergang sind sie wunderbare Fotomotive.
Im 14. Jahrhundert wurde diese Art zu Fischen von chinesischen Reisenden nach Kerala gebracht. Um Kochi hat sich diese Fangmethode der fest installierten Hebenetze in den Backwaters und am Periyarfluss ausgebreitet. In Fort Kochi sind sie noch traditionell aus Holz und müssen von mindestens 6 Fischern gemeinsam betrieben werden. An anderen Orten bestehen sie jedoch Heute aus Metall und ein Fischer reicht für den Betrieb aus.

Die mechanische Anlage ist mindestens 10 Meter hoch und besteht aus einem Kranarm mit einem daran aufgehängten, horizontal ausgebreiteten Netz, das über dem Meer hängt. Schwere Steine sind an Seilen am anderen Ende als Gegengewichte aufgehängt. Das Netz bleibt kurz, manchmal nur Minuten dort, bevor es durch Ziehen an den Seilen gehoben wird. Der jeweilige Fang besteht in der Regel nur aus ein paar Fischen und Krebstieren.

Fort Kochi

Bei Fort Kochi, der touristisch wichtigsten und bekanntesten Stadt von Kerala, gibt es neben dem grossen Hochseecontainerhafen ebenfalls Backwaters. Es gibt hier sogar eine Wassermetro, die Kochi mit den umliegenden Orten durch die Wasserkanäle verbindet. Mir hat leider bis jetzt aber immer etwas die Zeit für eine grössere Bootstour gefehlt, denn in Kochi gibt es viel zu entdecken und ich kann gut zu Fuss durch die Strassen flanieren. Mehr über Kochi erfährst du in meinem Reisebericht Kerala Strände>. Auch am Abend ist Fort Kochi mit seinen Restaurants, Cafés, Kunstgalerien und Shops ein Besuch wert.

Auf dem Fischmarkt von Kochi

Der Karimeen, auch Perlflecken-Buntbarsch genannt, ist ein Backwatersfisch. Der silbrig-graugrünen Fisch mit den Streifen (er ist auf dem2. Foto abgebildet) darf darum auch auf dem kleinen Fischmarkt von Kochi direkt bei den chinesischen Fischernetzen nicht fehlen. Eine beliebte Zubereitungsart ist Karimeen Pollichathu, bei der der Fisch in eine spezielle Gewürzpaste eingelegt, in ein Bananenblatt gewickelt und langsam in Kokosöl gegrillt oder gedämpft wird. Auch sehr lecker ist der Fisch grilliert. Da bekomme ich doch gleich hunger!
Auf dem kleinen Markt gibt es aber natürlich auch frischen Meeresfisch, Garnelen, Tintenfische und Krebse zu kaufen. Die Fische werden immer sehr schön präsentiert und mit Eis frisch gehalten. Trotzdem bin ich immer etwas zwiegespalten, ob ich ein Fisch von hier essen sollte…

Tempelfest in Kochi

In Kochi habe ich wieder einmal grosses Glück, wodurch sich meine Reisepläne aber natürlich ändern. Eigentlich wollte ich den Dutch Palace im Quartier Mattancherry besichtigen, doch davor wird gerade ein Elefant von einem Lastwagen abgeladen – ein Tempelfest findet in der Umgebung statt. Und so geht es für mich anstatt in den Palast nun zum Thekkemadom Dharma Sastha Tempel. Dort werden Gebete rezitiert und in riesigen Töpfen wird für die Besucher gekocht. Bevor jedoch gegessen wird, ist der Elefant unterwegs und segnet die umliegenden Quartiere.  Es ist sehr spannend der kleinen Prozession zu folgen. Das Eingangstor einer Gasse ist genau auf die Grösse vom Elefanten zugeschnitten, doch die zwei Reiter müssen sich ganz flach auf den Rücken legen. Ich folge dem Elefanten und der Menge, denn ich will natürlich herausfinden, was hinter dem Tor ist. Dort befindet sich eine kleine Strasse und der durch schreitende Elefant bringt den dort lebenden Bewohner Glück. Für die zwei Reiter ist dies noch eine echte Herausforderung, denn manches Kabel hängt sehr tief und so müssen sie gut achtgeben. Am Ende kehrt der Elefant wieder um und geht zurück zum Tempel wo er auf seinen nächsten Einsatz wartet.

Die Backwaters beim Cherrai Beach

Auch etwas weiter nördlich, dort wo der Peryiarfluss in die Backwaters fliesst, am Cherrai Beach, hat es gleich an den Strand anschliessend ein weitläufiges Kanalsystem. Auf diesem sind natürlich ebenfalls Bootsfahrten möglich. Ich bin hier jedoch mit dem Fahrrad losgezogen. Mehr über diesen Strandort erfährst du in meinem Reisebericht Kerala Strände>.

Fahrradtour durch die Backwaters

Es ist herrlich in Cherrai Beach zu radeln. Eine schnurrgerade Strasse zieht sich hier der Küste entlang, auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite Dschungel, Gärten, Resorts und die Backwaters. Vom Meer sehe ich aber nicht so viel, denn das ist hinter einer Wellenschutzmauer verborgen. Das Land und die anschliessenden Backwaters würden ohne diese Mauer überflutet werden, da der Meeresspiegel schon zu stark gestiegen ist. Aber so kann ich immer einmal wieder einen Stopp einlegen, über die Mauer schauen oder über die Brücken auf die andere Seite der Wasserkanäle gehen. Das Fahrradfahren ist hier richtig angenehm, denn es hat so gut wie keinen Verkehr. So klappt es auch bestens mit dem Fahren auf der «falschen» Seite, denn in Indien ist Linksverkehr.
Zudem ist es sehr Grün entlang der Strasse, wodurch ich nicht immer in der prallen Sonne radeln muss. Verloren gehen kann ich auch nicht, denn irgendwann kommt die Mündung vom Periyarfluss. Dort hat es ebenfalls chinesische Fischernetze.

Am Periyarfluss

Der Fluss Periyar ist mit seinen 244 km der wichtigste, längste und wasserreichste Fluss von Kerala und wird darum oft als seine Lebensader bezeichnet. Er entspringt in den Westghats und fliesst durch den Periyar-Nationalpark und Tigerschutzgebiet und mündet schliesslich in grossen Bögen in das weitläufige Netzwerk der Backwaters. Ich finde es sehr schön, dass ich den Fluss in seinem Mündungsgebiet entdecken kann, eine noch recht untouristische, sehr schöne Gegend. Die Bootfahrt am späteren Abend gefällt mir auch sehr gut. Jetzt merke ich erst, dass es hier auch kleine Flussinseln hat.

Übernachten im Flussresort

Im Cranganor History Café & Riverside Château, das direkt am Periyarfluss liegt, bin ich eher zufällig gelandet, da ich wegen dem Nahostkrieg 2026 nicht pünktlich heim fliegen konnte. Es ist ein wunderbarer Ort zum entspannen mit seinem grossen Infiniy Pool, einem tropischen Garten direkt am Fluss und der traditionellen und offenen Bauweise vom Gebäude. Es hat auch ein kleines Ayuvedaspa und es werden Bootsfahren und Ausflüge in die Umgebung angeboten. Hier kann ich die letzten Tage vor meinem Heimflug noch einmal richtig entspannen und geniessen.

Die Gärten der Bachwaters

Obwohl das Cranganor Resort nur etwa 30 Minuten vom Flughafen entfernt liegt, ist es absolut ruhig. Es hat hier nur kleine Strassen ohne grossen Verkehr, wodurch die Fahrt zum Flughafen viel angenehmer ist wie von Fort Kochi aus, wo es mitten durch die Stadt Ernakulam geht und man je nach Tageszeit sicher im Stau steht. Der Garten vom Resort lädt zum relaxen ein und auch die Umgebung vom Hotel eignet sich super für Spaziergänge und Fahrradtouren, da die Strassen klein und sehr wenig befahren sind. Hier sehe ich zum ersten Mal, wie Muskatnüsse wachsen. Ich hab es zuerst für eine Aprikose gehalten, doch dann schnell gemerkt, dass dies nicht stimmen kann, denn erst im August sind die Aprikosen in Ladakh auf 3000 Meter reif, in Kerala wäre es dafür viel zu heiss, selbst im Februar. Aber das ist ja das schöne am Reisen, immer wieder neue Pflanzen und Kulturen entdecken zu können und mehr zu erfahren.

Muskatnuss

Die Muskatnuss aus Kerala ist bekannt für ihren intensiven Geschmack und wird oft nachhaltig und pestizidfrei produziert. Der immergrüne Muskatnussbaum kann bis zu 100 Jahre alt werden. Die Früchte reifen, platzen auf und zeigen die von der roten Samenmäntel umgebene Nuss. Die intensiv duftende rote Muskatblüte wird ebenfalls als Gewürz gewonnen. 

Auf dem Markt von Muziri

Obwohl die Region von Puthanvelikkara sehr nahe bei Kochi liegt und mit dem Paliam Palast, alten Tempeln und Sinagogen auch diverse Sehenswürdigkeiten aufweist, verirren sich hierhin nur sehr wenige Touristen. Dies habe ich sofort bei meinem Besuch vom Muziris Markt gemerkt, denn alle haben sich unheimlich gefreut, dass ich ihren Markt besuche und viele haben mich auch gebeten sie zu fotografieren. Am frühen Morgen ist am meisten los auf dem Markt.

Abend in den Backwaters

Meiner Meinung nach kannst du überall in Kerala schöne Sonnenuntergänge erleben. Auch mitten in den Bachwaters am Fluss sind diese sehr fotogen. Ich finde es ja immer schön, wenn ich zum fotografieren vom Sonnenuntergang noch einen Vordergrund habe, und die riesigen Palmen vom Cranganor Resort sind hierzu einfach prädestiniert. Danach beginnt die blaue Stunde, was auch immer schön ist um Gebäude mit Lichtern zu fotografieren. Eine Stirnlampe ist in Indien aber nie verkehrt, denn auch in Kerala gibt es immer mal wieder Stromunterbrüche.
Wer ein Nightlife sucht, der ist in den Backwaters aber sicher am falschen Ort, denn hier geht es beschaulich und ruhig zu und her und beschränkt sich oftmals aufs Resort. Gut wird in allen immer so fein und frisch gekocht. Manchmal gibt es auch Musik- und Tanzvorführungen in den Resorts oder mit Glück findet in der Umgebung gerade ein Tempelfest statt. Ich habe Glück und düse mit dem Tuktuk hin.

Am Tempelfest mit Elefanten in den Backwaters

Ein kleines lokales Tempelfest finde ich immer am schönsten zum Erleben und Fotografieren, da sich die Menschen sehr über Besuch aus der Ferne freuen und ich auch nahe ans Geschehen komme. Bei grossen, bekannten Festen ist das oft schwer, da es viel zu viele Leute hat. Der Star des Festes vom Thekkinkad Thrikayil Mahavishnu Narasimhamoorthi Tempel ist der festlich geschmückte Elefant unter einem grossen Baldachin. Ich finde es erstaunlich zu sehen wie ruhig er bleibt, denn die Musik mit Trompeten und Trommeln ist unglaublich laut. Zudem werden immer wieder Feuerwerkknaller gezündet. Ich hätte Ohrstöpsel mitbringen sollen! Elefanten werden in Indien verehrt, da sie die Verkörperung vom Elefantengott Ganesha darstellen. Mehr Infos zu den Elefanten in Indien, ihrer Lage und meiner Meinung dazu kannst du in meinem Reisebericht Assam> nachlesen.

Ganesha

Ganesha ist der elefantenköpfige Gott, der als Beseitiger von Hindernissen, Glücksbringer und Gott der Weisheit verehrt wird. Ganesha ist nicht nur im Hinduismus, sondern auch im Buddhismus und Jainismus eine geschätzte Gottheit. 
Als Sohn von Shiva und Parvati wird er besonders zu Beginn neuer Unternehmungen – wie Reisen oder Geschäftseröffnungen – angerufen.
Sein Elefantenkopf steht für Weisheit, Intelligenz und ein gutes Gedächtnis, während die vier Arme Geist, Intellekt, Bewusstsein und Selbstbewusstsein repräsentieren. Statuen von Ganesha gibt es in vielen Tempeln aber auch in Privathäusern und Hotels.

Aktivitäten rund um Kochi:

Bootsfahrten an verschiedenen Orten / Fähren, Metro / Kajakfahrten
An den Strand vom Cherrai Beach oder Marari Beach
Sightseeing Fort Kochi mit Chinesische Fischernetze,  Jew Town, Duch Palace, Hill Palace, St. Francis Church
Besuch vom Kathakali Theater
Shopping in Fort Kochi, Mattancherry mit Gewürzmarkt oder in der Neustadt von Ernukulam
Sightseeing des Muziris Heritage Pojekts in der Region North Paravur mit dem Paliam Palace , Muziris Markt, Thiruvanchikulam-Tempel (leider fotografierverbot, Cheraman-Moschee (älteste Moschee Indiens), Chendamangalam-Synagoge von 1420 etc.

Valiyaparamba-Backwaters:

Auch im Norden von Kerala gibt es Backwaterkanäle. Hier scheint jedoch etwas die Zeit stehen geblieben zu sein. Alles geht noch sehr gemächlich zu und her und ein Spaziergang entlang der Backwaterkanäle und Dörfer macht mir immer grosse Freude. Hier habe ich dir ein paar Fotos von der Backwaterinsel Thekkekadu mit ihren kleine Strassen. Ich komme nicht nur in den Kontakt mit vielen Dorfbewohnern, sondern sehe auch spezielle Tiere wie den Brahmakauz (spotted owl), das Mongoose oder den Goldrückenspecht. Besonders ist auch die Figur vor dem Tempel, die ich entdecke, denn sie zeigt einen Theyyamtänzer in seinem roten und auffälligen Kostüm. Meine Fotos von einem Theyyamtanz zeige ich dir in meinem Reisebericht Kerala Strände>. Am Ufer der Backwaters hat es Muschelfarmen.

Muschelfischerinnen

Ping, Ping, Klack, tönt es, als ich mich dem Kanal nähere. Dort erwartet mich ein spezielles Bild, denn zwei Frauen sind bis zum Hals im Wasser und holen daraus etwas kleines, das mit einem scheppern in den daneben schwimmenden Topf fällt. Es sind Muschelfischerinnen. Zum Schutz vor den Quallen und der Sonne sind sie komplett verhüllt. Sie suchen nach wilden Austern und Venusmuscheln. In den Valiyaparamba Backwaters werden aber auch Muscheln gezüchtet. Die Grünlippomuschel wachsen auf Kokosnussseilen, die in die Strömung der Backwaters gehängt werden. Die Muscheln haben einen hohen kommerziellen Wert. Das Fleisch wird verzehrt, während die Schalen als wichtiger Rohstoff für Zement, Düngemittel, Geflügelfutter und die Medizin verwendet werden.

Fischen in der Backwaterkanälen

In den Backwaters wird natürlich auch gefischt. Mich hat es dann aber schon etwas erstaunt, als ich mir den Fang der Fischer vor Thekkekadu genauer anschaue, denn im Netz sind keine Fische, sondern Krabben und Garnelen. Diesen gefällt es hier in den leicht salzhaltigen Bereichen der Kanäle. Garnelen werden aber auch im Meer vor der Küste von Kerala gefischt. Am Fischmarkt von Marari habe ich zum Beispiel riesige Körbe gefüllt mit ihnen gesehen. Die Garnelen sind eine beliebte Zutat in einem Kerala- Curry mit einer aromatische, cremige Sosse aus Kokosmilch, frischen Curryblättern, Ingwer, Knoblauch und traditionellen Gewürzen.  

Hausbootfahrt in den nördlichen Backwaters

In den Valiyaparamba Backwaters gibt es ebenfalls die wunderschönen Kerala-Hausboote! Diese Region ist jedoch nicht so bekannt, und so schippern hier viel weniger Schiffe auf dem Wasser.
Mir hat die Fahrt sehr gut gefallen, denn gegenüber dem Süden ist hier das Ufer weniger von Häusern und Feldern gesäumt, sondern es geht mehrheitlich durch eine tropische Vegetation. Gestartet hat meine Bootstour in der Nähe von Nileshwar. Hier fliesst ein breiter Kanal parallel zum Meer. Ich lasse mich von der Crew verwöhnen und geniesse die vorbeiziehende Landschaft. Ein Highlight ist sicher das feine Mittagessen mit Fisch aus dem Fluss – ganz traditionell serviert auf einem Bananenblatt. Und auch essen tu ich ganz wie die Einheimischen mit den Händen, denn mit Messer und Gabel hätte ich keine Chance, den Fischgräten Frau zu werden. 

Übernachten in den Valiyaparamba Backwaters:

Das Oyster Opera Resort liegt direkt in den Backwaters. Es besteht aus ganz unterschiedlichen Zimmern, ich wähle ein Zimmertyp, worin ich noch nie übernachtet habe aus, ein Hausfloss. Ehrlich gesagt würde ich das aber nicht mehr wählen, denn da es innen mit Kunststoff ausgekleidet ist, ist es sehr heiss und stickig drin, denn natürlich stellt der Wind Abends wie auf Knopfdruck seine Arbeit ein und es weht keine kühle Brise ins Zimmer. Aber es gibt auch noch andere Bungalows. Am Tag gibt es verschiedene Aktivitäten, die angeboten werden, auch Bootsfahrten zum Meer an einen einsamen Strandabschnitt. Das Essen ist typisch Indisch und mittags wird es im Keralastyle auf dem Bananenblatt serviert. Es ist ein Resort, dass mehrheitlich indische Übernachtungs- und Tagesäste beherbergt und vor allem Mitarbeitende aus dem Dorf beschäftigt. Das ist ein sehr gutes Konzept für die Umgebung, doch das sehe ich auch etwas an der Infrastruktur. Mit einem Blick fürs Detail, etwas Arbeit und Fleiss könnte dies ein wunderschönes Resort sein… Aber wer weiss, vielleicht ist es das ja jetzt… Ich hab es nicht bereut, doch will ich es doch erwähnen, da es mit der Ausstattung und Liebe zum Detail der anderen hier vorgestellten Hotels nicht mithalten kann. Die Lage, das reichhaltige Essen, die Umgebung und die Freundlichkeit der Mitarbeiter ist aber Top.

Übernachtgstipp Strand:

Gleich an die Backwaters grenzt ein wunderschöner noch recht ursprünglicher und unendlich langer Sandstrand mit nur wenigen kleinen Hotels. Ich habe hier einige wunderschöne Tage am Meer im Kanan Beach Resort verbracht. Meerblick direkt vom Bett aus – ein Traum… Die Hotelbeschreibung findest du in meinem Reisebericht Kerala Strände >.

Aktivitäten in den Valiyaparamba Backwaters:

Bootsfahrten im Motorboot oder Hausboot, Fahrradtouren
An die Sandstrände
Sightseeing Bekal Fort

Früchte der Backwaters

Die Umgebung der Backwaters ist unheimlich grün, tropisch und fruchtbar. Mich hat einmal ein Inder gefragt, ob ich weiss, warum die Menschen im Süden viel mehr lachen und zufriedener sind als die Menschen in Nordindien obwohl sie oft weniger verdienen? Die Antwort ist ganz einfach. Im Süden haben die meisten Menschen ein kleines Haus im Grünen mit Garten. Hier wächst soviel gutes und gesundes und das Leben spielt sich viel draussen ab. Im Norden hingehen ist es oft kalt und die Vegetation ist viel weniger üppig und vielseitig.
In Kerala wachsen natürlich Kokosnüsse, Mangos, Papayas, Bananen, Feigen, Mandeln, Passionsfrüchte, Orangen, Melonen, Ananas, Sabotes und vieles vieles mehr.

Mango

Indien ist einer der weltweit grössten Mangoproduzenten der Welt. Trotz der riesigen Ernte wird aber nur ein sehr kleiner Teil exportiert, da die Nachfrage im Inland selber extrem hoch ist. Die Frucht ist tief in der indischen Kultur verankert und wird seit über 4000 Jahren angebaut. Die Mango ist auch ein Symbol für Liebe, Glück und Fruchtbarkeit.

Die besten Früchte stammen aus den indischen Bundesstaaten Maharashtra und Gujarat, wo ich auch schon auf einer Mangoplantage übernachtet habe.
Doch auch in Kerala steht in vielen Gärten ein Mangobaum. Hier beginnt die Mangosaison aufgrund des günstigen Klimas früher als im Rest Indiens, was den Bauern hohe Nachfragen einbringt. Es kann schon ab Anfang März mit der Ernte begonnen werden. Die Mango wird frisch verzehrt, zu Saft verarbeitet, in Lassies und Desserts beigefügt oder unreif für Chutneys oder Currys eingelegt. Ich muss aber gestehen das Fischcurry mit grünen Mangos schmeckt mir nicht so gut, die Mangos sind mir darin zu sauer, ich mag es lieber süsser. Ich habe auch schon Mangokonzentrat gekauft, damit konnte ich dann mein Wasser in den Unterkünften aufpeppen.

Wie esse ich eine Mango ohne Besteck?
Ich mag Mangos sehr und so freute ich mich natürlich wahnsinnig, als ich zum Zmittag auf meinem Trekking nach Zanskar eine Mango erhalte. Jetzt im Juli ist Mangosaison in Indien! Natürlich ist diese in Ladakh nicht «Baumfrisch», da auf 3000 Meter keine Mangos, nur Äpfel und Aprikosen wachsen, trotzdem hat diese Mango einen viel kleineren Weg hinter sich als bei uns und konnte reifer geerntet werden. Darum ist es mir nun auch möglich diese auf einem Trekking ohne Besteck zu essen. Es wird vor dem essen einfach auf der Mango rum gedrückt, damit diese innen richtig matschig wird. Jetzt muss die Schale nur noch an einer Stelle geöffnet werden und das unglaublich süsse Fruchtfleisch kann raus gesogen werden. Mmm lecker und wieder was gelernt…
Möchtest du mehr über mein Trekking nach Zanskar erfahren, so findest du meinen Reisebericht hier>

Jackfruit

Die Jackfruit ist die grösste Baumfrucht der Welt. Die Früchte wachsen direkt am Stamm des Baumes, denn Äste könnten ihr Gewicht nicht halten. Sie wiegen normalerweise zwischen 10 und 30 kg, können aber in Extremfällen über 50kg schwer und bis zu 90cm lang werden.
Kerala ist eine der Hauptanbauregionen in Indien. Die Jackfruit ist reich an Nährstoffen und Vitaminen und ein Grundnahrungsmittel, das in der Küche Keralas vielseitig verwendet wird. Jedoch kann nur ein kleiner Teil der Frucht gegessen werden. In Kerala werden sowohl unreife hellgelbe Jackfruits als Gemüse in Currys, Eintöpfen oder als Pickles zubereitet, als auch reife Früchte als Obst in Desserts und zum Frühstück genutzt. 
Nicht nur die Menschen lieben die grossen Früchte, sondern auch die Elefanten mögen sie sehr gerne und kommen während der Ernte ab März in die Gärten und Plantagen.

Wilde Jackfruit Ayani Chakka

In Kerala wächst noch eine zweite Jackfruitart, die fast gleich aussieht, jedoch nicht am Stamm sondern an den Ästen hängt. Dadurch werden die Früchte natürlich viel kleiner. Es handelt sich dabei um die wilde Jackfrucht Ayani Chakka oder Anjili Chakka, wie sie lokal genannt wird. Es ist eine seltene, wilde Art, die nur in den Westgats von Kerala heimisch ist und für ihre aussergewöhnlich süssen, kleinen Früchte geschätzt wird. Sie werden im Mai und Juni reif. Im Gegensatz zur grossen Jackfruit ist ihr essbarer Prozentanteil viel grösser. Die Früchte sind aber deutlich kleiner als herkömmliche Jackfrüchte und wiegen maximal 350 Gramm. Ich hoffe, auch diese Früchte einmal probieren zu können.

Cashewnüsse

Die Haupterntezeit für Cashewnüsse in Kerala ist normalerweise zwischen Februar und Mai vor dem Monsun. Nach der Ernte werden die Nüsse vom Cashewapfel getrennt, getrocknet und anschliessend in lokalen Fabriken aufwendig verarbeitet. Die Kerne werden meist in Handarbeit von ihrer harten, giftigen Schale befreit. Dies macht Cashewnüsse auch so teuer. Für mich sehen diese Cashewäpfel mit ihrer einzelnen Nuss am Ende unheimlich fotogen und speziell aus. Doch mir wird hier erst die Arbeit bewusst, die es braucht, um ein Sack Cashewnüsse zu erhalten! Reisen erweitert wirklich den Horizont!

Kokosnüsse:

Der Name Kerala bedeutet wörtlich „Land der Kokospalmen“. Er leitet sich von der Landessprache Malayalam von „Kera“ Kokosnusspalme und „Alam“ Land/Erde ab. So wundert es nicht, dass Kerala der Hauptproduzent von Kokosnüssen in Indien ist. Die bis zu 30 Meter hoch wachsende Palme prägt die Landschaft, Kultur und Küche. Kokosmilch, -öl und -raspeln sind die Hauptbestandteile fast aller lokalen Gerichte. Bei Festen und Zeremonien ist das Brechen der Kokosnuss ein Symbol für Reinheit und Wohlstand. Die Ernte der Kokosnüsse ist nicht einfach, zudem solltest du nie unter einer Palme stehen bleiben, falls eine Nuss runter fallen würde. Ich liebe es in den Restaurants, am Strassenrand oder Strand eine Kokosnuss zu bestellen. Der Saft ist sehr erfrischend und durstlöschend.

Tipps und Infos zum Reisen in den Backwaters

Tipps Bootsfahrten:

Entweder habe ich spontan vor Ort ein Boot gemietet oder dann habe ich einen Anbieter im Internet gefunden und per WatsApp reserviert. Das hat alles sehr gut geklappt. Oft ist es möglich am Preis noch etwas zu handeln, vor allem wenn du spontan vorbei kommst.

Uhrzeit

Kleidung

Verpflegung:

Für Alleinreisende ist es nicht immer so einfach in Kerala eine Bootsfahrt zu unternehmen, da normalerweise immer pro Boot gezahlt wird und nicht nach Anzahl Personen. Mit Glück und Zeit ist es jedoch möglich, sich einer Gruppe anzuschliessen.

Gibt es in den Backwaters gefährliche Tiere? 

Ich muss gestehen, mir ist auf allen Reisen in die Backwaters von Kerala noch nie ein wirklich gefährliches Tier begegnet. Es gibt sie aber und richtiges Verhalten und Vorsicht ist sicher angebracht. Am gefährlichsten sind folgende Tiere:

Landtiere: In der Region kommen verschiedene Giftschlangen vor, darunter Kobras, Vipern und Kraits. Schlangenbisse sind in Indien zwar ein ernsthaftes Gesundheitsproblem, betreffen aber selten Touristen, die sich auf den Booten oder befestigten Wegen aufhalten.
Wassertiere: Es gibt Seeschlangen, die jedoch im Allgemeinen nicht aggressiv sind und nur beissen, wenn sie sich bedroht fühlen.
Insekten: Die grösste «Gefahr» stellen eher die Moskitos dar, da sie Krankheiten wie Dengue-Fieber oder Malaria übertragen können. Diese ist jedoch in Kerala nicht gross verbreitet. Auf einen guten Mückenschutz sollte aber geachtet werden, vor allem während oder nach dem Monsun. 

Meine Hotelempfehlungen

Alle hier vorgestellten Hotels habe ich auf meinen verschiedenen Reisen durch Kerala schon besucht und natürlich darin übernachtet. Es ist keine Werbung, da selbst gebucht und bezahlt. Da sich Hotels mit der Zeit auch verändern, kann ich keine Garantie übernehmen, dass diese immer noch gut und empfehlenswert oder bezahlbar sind.
Die hier vorgestellten Hotels habe ich als sehr besondere Hotels empfunden, in denen unbedingt Zeit verbracht werden sollte, da sie oder ihre nächste Umgebung ein Paradies für Fotografen sind. Ich würde als Mindestaufenthaltsdauer 2 Nächte empfehlen. Ansonsten kommst du Abends im Hotel an und reist am nächsten Morgen schon wieder weiter, vom Hotel, seinen Ausflügen und Aktivitäten hast du gar nichts. 
PS: Dazwischen habe ich natürlich oft auch in sehr einfachen und günstigen Unterkünften übernachtet, doch diese gibt es zuhauf und sind darum meiner Meinung nach nicht extra erwähnenswert.

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