Assam und Kaziranga
Kaziranga – klingt das nicht nach einem aussergewöhnlichen, exotischen und besonderen Abenteuer in der ganz weiten, fernen Welt?
Seit ich einmal eine Dokumentationsendung über den indischen Nationalpark Kaziranga im Herzen von Assam gesehen habe, steht er und seine Umgebung ganz hoch oben auf meiner Bucketliste. Nashörner, Tiger, Teeplantagen, lebende Wurzelbrücken, tibetische Klöster und der Himalaya… Das sind doch die perfekten «Zutaten» für eine unglaublich spannende Reise.
Nun ist die Zeit gekommen. Ich reise nach Nordostindien in die Bundesstaaten Assam, Meghalaya und Arunachal Pradesh, erfülle mir damit einen grossen Reisetraum und freue mich, dich hier nach Assam mitzunehmen…
im Reich der Nashörner und des Tees
Meine Reise nach Assam
Nach einer sehr späten Ankunft in Indiens Hauptstadt Delhi nach Mitternacht und einem nervtötenden Einreiseprozedere freue ich mich nun auf ein Bett und etwas Schlaf. Es ist aber gar nicht so einfach, ein Hotel in Flughafennähe zu finden, das halbwegs gute Bewertungen hat, kein Vermögen kostet und nicht gerade eine Hochzeitsgesellschaft beherbergt und dich darum hinauskomplimentiert… Aber die erste Hürde und Nacht in Indien ist geschafft. Am nächsten Tag tausche ich am Flughafen Schweizer Franken in Rupien um, besorge mir eine SIM-Karte und nehme anschliessend den Nachmittagsflieger nach Osten mit Ziel Guwahati (unbedingt Tipps am Schluss beachten). Auf dem ca. 3 stündigen Flug habe ich einen tollen Blick auf die 7000er und 8000er vom Himalaya, denn alle anderen, niedrigeren Berge haben sind unter den Wolken versteckt. Zuerst taucht die Berggruppe der Annapurna (8091m) auf, dann das Everestgebiet (8849m) und zuletzt der Kanchenjunga (8586m), der dritthöchste Berg der Welt. Dies ist doch ein super Start der Reise.




Nach einer kurzen Erholung (oder was immer das bei mir heisst, denn ich bin natürlich schon um 6 Uhr auf die Birdwatching- und Hikingtour in meinem Hotel, dem Brahmaputra Dschungelresort bei Guwahati), geht die Reise mit einem Schlenker zu den lebenden Wurzelbrücken los (> Reisebericht Meghalaya). Nach einer guten Woche bin ich aber schon wieder zurück in Assam. Endlich ist es an der Zeit diesen wunderschönen Bundesstaat zu entdecken. Ich beginne gleich mit einem seiner Highligts, den Safaris!
Der Bundesstaat Assam
Assam liegt im Nordosten Indiens und gehört zu den sogenannten sieben Schwesterstaaten, die nur durch einen schmalen Korridor mit dem Rest von Indien verbunden sind. Darum konnte Nordostindien und auch Assam seine Ursprünglichkeit und seine Traditionen bis Heute erhalten. Der Grossteil von Assam nimmt das Flusstal des mächtigen Brahmaputras ein, das zwischen dem Himalaya im Norden und den Bergen von Meghalaya und Nagaland im Süden liegt. Dieses Schwemmland ist sehr fruchtbar, weshalb sich hier eine atemberaumbende Tier- und Pflanzenwelt ansiedeln konnte. Assam ist auch für seinen Tee bekannt und weltberühmt. In Assam leben verschiedene ethnische Gruppen und der Bundesstaat hat eine eigene Sprache und Schrift.
Auf zur Safari im Pobitora Wildlife Sanctuary
Der Kaziranga Nationalpark ist der berühmteste Nationalpark von Assam – ja gar von ganz Nordostindien. Trotzdem fahre ich nicht direkt dorthin, sondern zuerst zum Pobitora Wildlife Sanctuary, denn auch hier gibt es Einhörner!
Schon auf der Fahrt sehe ich den ersten grauen Koloss – das indische Panzernashorn. Aber nicht nur eines, nein auf der Wiese am Rande vom Wildlife Sanctuary tummeln sich dutzende. Oh wau! Wie freue ich mich nun auf die Safari am nächsten Tag. Zuerst geht es jetzt aber zu meiner ganz speziellen Unterkunft – einem Bambus-Stelzenhotel am Sandstrand vom Brahmaputra. Hier kommt doch gleich Ferienstimmung auf!












Morgensafari im Nebel – auf der Suche nach Einhörner
Am Morgen werde ich von einem mehrstimmigen Vogelkonzert schon um 5 Uhr früh geweckt. Dünnen Bambusmattenwänden sei dank! Davon muss ich doch gleich Tonaufnahmen machen, schlafen kann ich ein anderes Mal. Aber Heute geht es sowieso früh los, denn ich starte den Tag mit einer Elefantensafari im Sanctuary. Aber oh weh, heute Morgen hat es dicken Nebel. Mir wurde gesagt, dass es vor allem in den Monaten Dezember und Januar Morgennebel geben kann, im Februar/März sei es hingegen meistens klar. Ausser natürlich genau Heute! Das liegt wahrscheinlich am kurzen Regenschauer, den wir gestern Nachmittag hatten. Sei`s drum, auf zum Sanctuary! Über eine Hängebrücke laufe ich zum Elefantencamp und von dort aus geht es auf dem Elefanten weiter. Zuerst reiten wir durch den Wald, dann kommen wir aufs Grasland. Und da sind sie schon, die Nashörner. Und sie lassen sich durch die Elefanten überhaupt nicht stören und wir kommen sehr nahe heran. Nashörner im Nebel – Pech? – Glück? – Ich lass da mal meine Bilder sprechen:
























Info: Elefanten in Assam
Elefanten sind ganz besondere Tiere. Der Elefant symbolisiert als grösstes an Land lebendes Tier der Erde Stärke, Grösse, Kraft aber auch Weisheit, Glück und Frieden. Schaue einem Elefanten in die Augen, und du wirst die Begegnung nie vergessen. Da es in Assam aber nicht nur frei und wild lebende Elefanten gibt, möchte ich dir hier mehr darüber erzählen. Ich wünschte es gäbe nur wilde Elefanten, aber wie ich weiter unter bei den Fragen «Elefantensafari Ja oder Nein» erkläre, ist das nicht möglich. Aber in dem wir nicht einfach wegsehen, können vielleicht auch die Touristen bewirken, dass sich etwas verbessert…
Hier findest du meine persönlichen Gedanken zu den Elefantensafaris und warum ich mich für das Pobitora Wildlife Sanctuary entschieden habe:
Jeepsafari im Pobitora Wildlife Sanctuary:
Nach der Elefantensafari kämpft sich endlich die Sonne durch den Nebel und es geht nun mit dem Jeep in den kleinen Nationalpark. Noch nicht weit gefahren und schon treffe ich auf mein erstes Highlight, Hornbills! Diese majestätischen Vögel wollte ich unbedingt sehen und fotografieren. Wunsch schon erfüllt! Danach ist natürlich das Panzernashorn der absolute Star der Safari. Zuerst erschrecke ich, als ich einen grauen Koloss in nächster nähe sehe. Er liegt am Boden! Nashörner sind stark durch Wilderei bedroht. Doch Entwarnung, die Ohren bewegen sich, dieses Nashorn schläft gerade und lässt sich durch den Jeep in keinster weise stören. Da es jetzt um 10 Uhr langsam heiss wird, verlassen die Nashörner das Grasland und ziehen sich in den schattigen Wald zurück, wo sie in aller Seelenruhe ein Nickerchen halten. Mein erstes schlafendes Nashorn ist auf Fotos festgehalten!
Pobitora Wildlife Sancuray
Elefantensafari: 6.30-7.30 Uhr
Morgensafari 8.30-9.30 Uhr
Fahrzeit zum Gate: ca. 20 Minuten
schlafendes Nashorn
wunderschöner Bienenfresservogel
Oriental Hornbill, Adler…
Grasland, Wald,
einige Wasserstellen mit vielen Wasservögeln
der Hornbill
In Assam gibt es zwei Arten vom Nashornvögeln. Der Great Hornbill gehört zu den gössten Vertretern der Nashornvogelfamilie. Er ist hauptsächlich Früchtefresser, jagt aber auch kleine Säugetiere, Reptilien und Vögel. Seit 2018 wird er auf der Roten Liste als gefährdet geführt. Die andere Art, die in Nordostindien vorkommt, ist der Oriental Hornbill. Dieser ist mit ca. 60cm nur etwa halb so gross. Er gehört zur kleinsten aber auch häufigsten Art. Hornbills sind meistens zu zweit unterwegs, denn Paare bleiben ein Leben lang zusammen! Mehrere Oriantal Hornbills sehe ich um Pobitora, den Great Hornbill auch fliegend in Kaziranga.
Am Nachmittag wäre noch eine Bootssafari zu den sehr seltenen rosaroten Delfinen möglich gewesen, doch da habe ich mich dagegen entschieden, denn nach der Safari entdecke ich lieber die Umgebung des Bambushotels auf eigene Faust und mache einen langen Spaziergang zum Dorf Chanaka. Das lohnt sich hier sehr – schöne Landschaft, freundliche Menschen, ursprüngliche Dörfer und wilde Assam Makaken…








Ein bisschen Gottvertrauen, oder hier besser gesagt Ganeshavertrauen braucht es bei meinem Besuch vom kleinen Ganesha Mandir (Ganesha= Elefantengott, Mandir=Tempel). Der Weg dorthin schlängelt sich am steinigen Ufer entlang und gerade bei der Strasse durchs Dorf wird ersichtlich, wie sich der Brahmaputra im Monsun immer mehr Land aneignet. Der Sadhu, der Tempelguru, und seine Anhänger sind auch sehr speziell.
Ist die Natur rund ums Hill Mynah Bamboo Resort nicht wunderschön? Hier kann ich direkt an der wenig befahrenen kleinen Strasse eine grosse Affenfamilie beobachten. Die Assam Makaken ernten fleissig die ersten Früchte. Auch der Fellpflege wird grosse Aufmerksamkeit geschenkt.
Im Fluss entstehen in der Trockenzeit kleine Inseln. Diese sind sehr fruchtbar und darum wird dort fleissig angepflanzt. Diese Frauen haben die Felder von Unkraut befreit und bringen dieses mit ins Dorf, als Futter für die Ziegen und Kühe.
Reisanbau
Reis ist neben dem Tee das wichtigste Anbauprodukt in Assam. Das Schwemmland am Rand der Flüsse ist sehr fruchtbar und bestens für den Reisanbau geschaffen. Jetzt Ende Februar wird mit dem Pflanzen begonnen. Spätestens ab April und mit dem Beginn des Regens wird dann alles grün sein. Die Felder werden sowohl mit Maschinen als auch mit der Muskelkraft von Kühen bestellt. Die Haupterntezeit für Reis ist nach dem Monsun im Herbst, was eine gute Ergänzung zur Teeernte darstellt, die zum grossen Teil vor dem Monsun stattfindet.
Safari im Kaziranga Nationalpark
Endlich ist es soweit. Nach einer fast 5 stündigen Fahrt erreiche ich den Kaziranga Nationalpark und kann seine beeindruckende Tierwelt mit meinen eigenen Augen sehen. Der 1974 gegründete Nationalpark beherbergt Heute zwei Drittel aller Panzernashörner der Welt! Das sind etwas über 2000 Nashörner. Auch die Tigerpopulation ist stetig am wachsen und so ist Kaziranga seit 2006 auch ein Tigerreservat. Jetzt sollen etwas über 130 Tiger im Park leben. Der Park erstreckt sich über eine Fläche von 430 Quadratkilometern und reicht vom Ufer vom Brahmaputra bis in die grünen Hügel. Er ist in vier Gebiete unterteilt, jedoch ist nur ein kleiner Teil für Touristen zugänglich. Ich bleibe 3 Nächte und mache insgesamt 5 Safaris. Es wäre locker auch ein längerer Aufenthalt möglich, ohne dass es langweilig wird, denn neben den Safaris sind auch Dörfer, die Teeplantagen, der Orchideenpark etc. ein Besuch wert. Aber nun möchte ich dir einen kleinen Einblick in meine Safaris geben mit meinen Fotohighlights:
Eastern Range Agoratoli:
Morgensafari 7.30-12.45 Uhr
Fahrzeit zum Gate: ca. 45 Minuten
Sehr wenige andere Fahrzeuge
Tiger bei der Flussdurchquerung
Nashörner und ein Nashornrennen
Python, Wasserschildkröten, Wasserbüffel…
Ganz im Osten von Kaziranga
Fahrt bis an den Brahmaputra ist möglich
Flach, Sumpfland, Wasserstellen, etwas Wald






























Central Range Kohora:
Nachmittagssafari: 13.45-17.15 Uhr
Morgensafari: 7.30-11 Uhr
Elefantensafari: 5.40-6.40 Uhr (5.10 Abfahrt)
Fahrzeit zum Gate: ca. 5-15 Minuten
grosse Elefantenherde, Nashörner
Tiger im Gebüsch am schlafen
3 verschiedene Kingfisherarten
weisses sehr seltenes Hog Deer Baby
Barasinga, Great Hornbill, Adler…
Zentral in der Mitte
Grosser See mit Elefantengras
Grasflächen, Waldgebiete
kleiner Fluss










Was versteckt sich hier im Dschungel?
Die Sichtung von einem Tiger ist immer ein grosses Highlight jeder Safari, und dann ist schon einmal der eine oder andere Jeep vor Ort. Dieser Tiger hier lässt sich aber nicht durch die Jeeps bei seinem Nickerchen stören und auch als der Elefant vorbei läuft, hebt er nur kurz den Kopf…







Nachmittagssafari mit Sonnenuntergang und Elefantensafari mit Sonnenaufgang – unvergessliche Stimmungen
Western Range Bagori
Nachmittagssafari 13.45-17.10 Uhr
Fahrzeit zum Gate: ca. 25 Minuten
sehr, sehr viele Nashörner
Great Hornbill, sehr seltene Tokay Gekkos
Elefanten, Indian Roller, Hog Deer, Adler…
Wunderschöne Landschaft
Wald mit wilden Orchideen
Elefantengrasflächen
The Big Five of Kaziranga
Nicht nur in Afrika ist die Sichtung der Big 5 ein grosses Highlight, sondern auch in Kaziranga gibt es die Big 5. Zu diesen zählen Nashorn, Tiger, Elefant, wilder Wasserbüffel und Barasinga. Ich hatte das Glück alle schon bei meiner ersten Safari zu sichten, nur wusste ich dann noch gar nicht, was denn ein Barasinga überhaupt ist… Darum möchte ich dir hier die Big five of Kaziranga etwas genauer vorstellen:
Black and White – oder die weiche Seele unter dem harten Panzer
Da muss ich doch wirklich ein Tränchen verdrücken – und nicht nur, weil es meine letzte Nashornbegegnung in Kaziranga kurz vor dem Gate sein wird. Sondern weil mich die zwei Nashörner vor mir zu Tränen rühren. Black and White. Liebe und Schmerz.
Da ich Angst hatte meine Fotos von meiner letzten Elefantensafari im Nebel seien nichts geworden, habe ich spontan noch eine Elefantensafari in Kaziranga gebucht. Dieses mal ist das Wetter auf meiner Seite. Die Safari beginnt aber sehr früh, so dass es zu Beginn sehr schwierig ist zu fotografieren.
Gegen Ende der Safari sind wir relativ nahe bei einem einzelnen Panzernashorn, das gemütlich frisst. Ich kann es wunderbar fotografieren. Da sagt mein Mahout plötzlich: «festhalten, eventuell gibt es gleich einen Nashornkampf, und dann müssen wir weg». Ein schwarzes, grosses Panzernashorn rennt auf «mein» Nashorn zu. Unser Elefant bleibt aber die Ruhe selbst. So erreignet sich auch kein Panzernashornkampf, sondern genau das Gegenteil. Das schwarze Nashorn kommt zum Weissen und wird von diesem abgeschleckt. Ich sehe jetzt, dass das schwarze Nashorn einige ganz böse Wunden am Auge und am Kopf hat. Ich hoffe sehr, dass diese liebevolle Behandlung hilft und dass das Nashorn schnell wieder gesund wird. Das schwarze Nashorn hat übrigens diese spezielle dunkle, fast schwarze Färbung nicht von Natur aus, sondern es ist gerade aus dem Wasser gestiegen. Eventuell hilft auch dies die Wunden zu schliessen.








Auch während der Jeepsafari ist mir ein verletztes Nashorn aufgefallen. Es frisst direkt bei der Strasse. Vielleicht erhofft es sich ja durch die Safarijeeps einen gewissen Schutz vor seinen Artgenossen, denn untereinander kommt es immer wieder einmal zu Kämpfen, obwohl die Tiere sich normalerweise aus dem Weg gehen. Es geht dabei meistens um Territorien oder Weibchen. Erfreulicherweise steigt ja in Kaziranga die Zahl der Panzernashörner wieder, ihr Lebensraum schrumpft aber leider stetig. Der Brahmaputra schwemmt zum Beispiel jedes Jahr einige Meter Land vom Ufer weg, weswegen der Park immer kleiner wird. Und währen dem Monsun ist zudem ein Grossteil vom Park überschwemmt. Die Tiere können sich dadurch immer weniger aus dem Weg gehen und es kommt immer wieder zu Konfliken. Ausgewachsene Panzernashörner haben keine natürlichen Feinde ausser dem Menschen. Das Horn wird oft als Drohgebärde oder bei Fechtaktionen eingesetzt. Die scharfen Schneidezähne im Unterkiefer sind oft ihre eigentliche Waffen, mit denen ernsthafte Verletzungen zugefügt werden.
Ich kann noch zuschauen, wie sich zwei Nashörner über eine längere Zeit hinterher rennen. Das ist recht imposant, und ich bezweifle jetzt nicht mehr, dass die Kolosse bis 55km/h schnell werden können.
die Nashorntoilette
Pinke Farbtupfer leuchten mir im grünen Gras entgegen. Sie blühen dort aber nicht zufällig, sondern sie wachsen am besten auf den riesigen Kothaufen der Nashörner. Panzernashörner legen ihre Exkremente immer an bestimmten Stellen ab, die sogar von mehreren Tieren genutzt werden. Diese Orte dienen ihnen zur Kommunikation und Markierung von Reviergrenzen. Ein Panzernashorn bleibt immer eine gewisse Zeit in der Umgebung seiner Toilette. Somit wissen die Ranger etwas, wo sich die Tiere gerade aufhalten. Leider macht es aber die Toilette auch einfach für die Wilderer, denn sie müssen nur lange genug warten bis das Nashorn wiederkommt.



Leben im und am Wasser
Im Gegensatz zu den anderen Nashornarten ist das Panzernashorn ein sehr guter Schwimmer und verbringt längere Zeit im Wasser. Dies ist auch zwingend nötig, denn während dem Monsun tritt der Brahmaputra über die Ufer. Das Nashorn scheut auch tiefes Wasser nicht und vermag sogar unter Wasser zu grasen, wobei die Pflanzen erst über Wasser zerkaut werden. Auch alle anderen Tiere in Kaziranga scheuen das Wasser nicht. Ja sogar den Tiger konnte ich im Wasser fotografieren. Hier ein paar Fotos von der Nashornmutter mit ihrem Baby im Wasser (Aufgenommen in der Bagori Range):




der Elefantenapfel

Der Elefant steht für Grösse. Und das ist auch ein guter Grund für die Namenswahl vom Elefantenapfel (die Elefanten fressen ihn aber auch sehr gerne). Von dieser Frucht habe ich noch nie was gehört! So muss ich den Baum sofort suchen gehen, als ich diesen auf der Hotelkarte vermerkt sehe. Und vor allem seine runden Früchte sind nicht zu übersehen. Die Fruchtschale ist aber so hart, dass sie mit einem Hammer geöffnet werden muss. Ende Februar ist sie noch nicht ganz reif.
Elefantengras
Auf Safari im Kaziranga Nationalpark sehe ich mehr als einmal, warum das Elefantengras seinen Namen erhalten hat. Mit einer unheimlichen Ruhe beobachte ich, wie sich eine Herde Elefanten durch das meterhohe Gras bis zu einem kleinen See frisst. Nur vereinzelt schauen die grauen Rücken und grossen Ohren heraus. Im Elefantengras können sich wirklich Elefanten verstecken, so hoch wächst es. Ausgewachsene Elefanten fressen täglich etwa 150 kg Nahrung, deshalb sind die grossen Grasslandschaften am Ufer vom Brahmaputra auch so wichtig und erhaltenswert, da sie Nahrung und Schutz für die verschiedensten Tiere bieten. Auch Nashörner, Wasserbüffel und Hog Deer (Schweinshirsche) verstecken sich im Gras.








Feuer in Kaziranga
Um das Wachstum neuer, schmackhafter Triebe zu fördern und die Ausbreitung von Gehölzarten zu stoppen, werden in Kaziranga Graslandflächen planmässig und vorher festgelegt abgebrannt. Das findet meistens im Februar und März statt zur Trockenzeit. Das Abbrennen betrifft oft einen kleinen Korridor entlang der Strasse. Dies kommt auch allen Touristen zugute, denn viele Tiere halten sie sich dann oft entlang der Strasse auf, da hier frisches Gras wächst. Zudem können die Tiere durchs kurze Gras leichter entdeckt werden, gerade wenn sie die Strasse überqueren wollen. Auch ich konnte in der Kohora Range kleinere Brände ausmachen. Wir haben da auch unseren Safarijeep angehalten, denn in unmittelbarer Nähe der Feuer hat es viele Vögel, wie den blau leuchtenden Indian Roller. Durch das Feuer werden viele Insekten vertrieben und auf diese haben es die Vögel abgesehen.








Silk Cotton Tree
Wunderschöne knall rote Farbtupfer bilden die Blüten vom Asiatische Kapokbaum oder Silk Cotton Tree, wie er auf Englisch heisst. Da er während der Trockenzeit seine Blätter abwirft, kommen die ca. 10cm grossen Blüten im Februar und März noch besser zur Geltung. Der Baum bildet eine verholzende, grosse Kapselfrucht. Diese ist mit flaumigen, gräulichen Haaren gefüllt, die an Seidenfasern oder Baumwollbüschel erinnern, was ihm seinen englischen Namen eingebracht hat. Der Silk Cotton Tree ist ein schnellwüchsiger Tropenbaum, der bis zu 25 Meter hoch werden kann und in Assam und dem Kaziranga Nationalpark wächst.
Tipps, Fragen und Antworten zu Safaris und Kaziranga
rund um die Reiseplanung:
rund um das Fotografieren:
rund um die Safariarten…
Wissenswertes drumherum…
organisatorisches…
was du vielleicht nicht lesen willst…
Hier ein paar Impressionen von der Infrastruktur vom Phobitora Wildlife Sactuary, dem Kaziranga Nationalpark und Kaziranga Orchid Park








Im Reich der Orchideen
Rosa, Weiss, Gelb, Orange und Violett leuchtet mir entgegen. Kaziranga ist nicht nur die Heimat der Panzernashörner, sondern auch Lebensraum für mehr als 50 Orchideenarten. Im Kaziranga Orchid Park sind sogar über 500 verschiedene Exemplare zu bewundern. Dieser privat geführte Park ist in den Monaten Februar, März und April auf jeden Fall ein Besuch wert, denn dann blühen die meisten Orchideen im Gewächshaus. Neben dem Orchideenhaus gibt es auch ein kleines Museum, Tanzvorführungen, kurze Wanderwege durch den Dschungel und einen grossen Kräuter- und Bambusgarten.




Überall hat es hilfreiches Personal, dass mir alles zeigt und erklärt (in sehr gutem englisch). Darüber bin ich sehr froh, denn ich weiss nicht, ob mir die kleinste Orchidee der Welt aufgefallen wäre. So winzig! Leider vergeht die Zeit viel zu schnell und es wird um 17 Uhr schon dunkel. Ich würde mind. 2-4 Stunden für den Park einplanen. Und wer gerne Souvenirs kaufen möchte, der findet vor dem Eingang eine grosse Auswahl, auch Assamtee gibt es zu kaufen. Aber jetzt Vorhang auf für wunderschöne Orchideen:
Kaziranga National Orchid and Biodiversity Park:
Öffnungszeiten 8-17 Uhr (Sonnenuntergang)
mind. 2 eher mehr Stunden Zeit würde ich für einen Besuch empfehlen
Orchideenhaus und Garten
Heilkräuter- und Gewürzgarten
Bambusgarten
Eintritt 400RS
Kameragebühren 100 RS
Gruppen ab 3 Personen 100RS Rabatt
Auf der Teeplantage
Auf meiner Fahrt nach Kaziranga habe ich sie schon gesehen, die grünen Teefelder für die Assam so berühmt ist. Ich wollte aber nicht nur an den Teefeldern vorbei fahren – sondern sie von nahem und in Ruhe sehen, sie schmecken, riechen und fühlen… Darum übernachte ich auf der Puroni Bheti Teeplantage in der Nähe der Stadt Jorhat. Ich muss gestehen, ich habe an anderen Orten schon in schöneren Farmbungalows übernachtet, dennoch möchte ich den Aufenthalt nicht missen. Ein grosser Unterschied zu den anderen Plantagen, auf denen ich schon war, ist sicher, dass hier die Teepflanzen auf der Ebene wachsen, in Darjeeling, Ooty, Wayanad, Munar etc. aber in den Bergen. Dadurch ist die Landschaft eintöniger und eine Wanderung auch nicht so reizvoll. Doch es ist nun auch schön. etwas zu relaxen nach den schon sehr anstrengenden Safaritagen.
Auf der Puroni Bheti Teeplantage fühle ich mich gleich in der Zeit zurück versetzt, darum die folgenden Fotos auch in Sepiafarben…
Der Plantagenrundgang ist sehr interessant, denn jetzt endet dann die Winterruhe der Teebüsche mit dem Einsetzen der wärmerer Temperaturen. Ich sehe die unterschiedlichen Rückschnittarten und sehe die ersten frischen Triebe an den Sträuchern. Der Rückschnitt vor dem Winter wird gemacht, damit die Sträucher einerseits nicht zu hoch werden, da so der Tee besser gepflückt werden kann, anderseits wachsen so junge feine Triebe nach, die einen besseren Tee ergeben. Für den Tee werden nur die obersten 2-3 Blätter verwendet, diese wachsen in einer Woche nach.








Die Assam-Teebüsche wachsen nur im feuchten und warmen Flachland, denn sie vertragen keinerlei Frost. Ihre Blätter sind bis zu einem Drittel grösser als die japanischen und chinesischen Verwandten und haben eine härtere Oberfläche. Die Teeernte findet in mehreren Perioden statt, beginnend im März mit der First Flush Ernte, gefolgt von der Second Flush Ernte im Mai. Anders als beim Darjeelingtee werden beim Assamtee nicht bei der ersten Ernte, sondern erst bei der zweiten Ernte im Sommer die Spitzenqualitäten geerntet.




















Assamtee
Assam gilt heute als das grösste zusammenhängende Tee-Anbaugebiet der Welt. 1823 entdeckte ein schottischer Reisender wilde Teepflanzen in Assam. Eine Sensation! Erst dadurch war bewiesen, dass Tee nicht nur in China, sondern auch in Indien wachsen kann. Die Entdeckung der Camellia Assamica markierte den Beginn des Teeanbaus auf dem indischen Subkontinent.
Aus den Blättern in Assam wird grösstenteils Schwarztee hergestellt. Die Teeblätter werden in grossen Teefabriken verarbeitet. Diese starten im März/April mit der Produktion. Hier ein paar Impressionen von unserer Teepräsentaion auf der Puroni Bheti Teeplantage:
Markttag auf den Teeplantagen
Voll beladene Mopeds rattern durch die Teeplantage und kleine Verkaufsstände werden entlang der Strasse aufgestellt. Am Samstag ab 17 Uhr findet im Dorf zwischen Puroni Bheti und dem Haroocharai Tea Estate ein kleiner Markt statt. Ich habe Glück und kann diesem zur Freude der Einheimischen auch einen Besuch abstatten. Es wird vor allem alltägliches, wie Kleidung, Gemüse, Früchte, Fleisch, Fisch und Gewürze verkauft. Hierhin kommen die Teearbeiter zum einkaufen. Ich sehe schnell, dass viele nicht aus Assam stammen. Für die Ernten im Frühjahr und Sommer kommen Erntehelfer aus noch ärmeren Gegenden von Indien, vor allem aus Orissa im Südosten. Diese wohnen dann in einfachen Lehmunterkünften. Das macht schon etwas nachdenklich. Am Markt herrscht aber eine überaus freudige Atmosphäre. Später kann ich bei der Hoograjuli Tea Estate nochmals einen Markt erleben und habe hier die Fotos von beiden Märkten zusammengefasst:
Gemüse, Gewürze und farbige Pasta
Es bringen hier vor allem Bauern ihre geernteten Früchte und Gemüse auf den Markt. Chili ist gross vertreten, ob frisch, getrocknet oder zum Pulver gemahlen. Was ich immer ganz besonders finde, auch wenn es ein ganz kleiner Markt ist, wie schön die Produkte präsentiert werden.
Brahmakauz (spotted Owl)
Ich habe noch nie so viele Eulen gesehen wie hier in Assam. Der nur ca. 21cm grosse Brahmakauz ist aber in ganz Indien verbreitet und eigentlich nachtaktiv. Doch ich sehe zum Beispiel diese 3 Exemplare am frühen Morgen in der Teeplantage auf einem Ast sitzend. So aneinander gekuschelt geben sie ein so tolles Bild ab.
Der Name der kleinen Eule bezieht sich indirekt auf den indischen Lebensraum, indem er Brahma huldigt. Brahma ist eine wichtige Gottheit im Hinduismus. Er gilt als der Schöpfer des Universums und aller Lebewesen.
Majuli – auf zur grössten Flussinsel Indiens
Sind Inder gute Autofahrer? Wer daran zweifelt, dem empfehle ich zuzuschauen, wie die Autos und Töffs auf die Fähre nach Majuli verladen werden. Kino vom feinsten! Perfekt parken, um ja keinen Zentimeter platz zu verschwenden, ist hier die Device. Herrlich zu beobachten! Natürlich ist die anschliessende ca. 1.5h Überfahrt mit der Fähre auf dem Brahmaputra auch ein echtes Erlebnis. Dabei darf auch ein Becher Chai nicht fehlen. Es hat extra einen Chaiwalla (Teekoch) an Bord, der diesen frisch zubereitet und dazu Cookies und Snacks verkauft. Hungern muss man in Indien nirgends.








Der Brahmaputra
Als einer der längsten Flüsse der Erde fliesst der Brahmaputra durch China, Indien und Bangladesch. Er entspringt beim heiligen Berg Kailash in Tibet und fliesst als Yarlung Tsangpo ostwärts über das tibetische Hochplateau. In Arunachal Pradesh ändert er seine Richtung und fliesst nach Süden durch den Himalaya bis nach Assam. Dort dreht er nochmals seine Fliessrichtung nach Westen. Nun hat der immer grösser werdende Fluss den Namen Brahmaputra. Das ist ein Sanskritwort und bedeutet Sohn von Brahma. Und Brahma ist ein bedeutender Hindugott. In Bangladesch ändert er wieder seine Richtung gen Süden und vereinigt sich mit dem heiligen Ganges. An einigen Stellen in Assam ist der Flusslauf bis zu 10km breit. Der Fluss aus dem Himalaya bringt viele Sedimente mit sich, weshalb das Schwemmland in Assam sehr fruchtbar ist. Am Ufer sehe ich auch Kraniche.
Majuli zählt zu den grössten Binnenflussinseln der Welt und ist umgeben vom mächtigen Bramaputra und dem Subansiri-Fluss. Die Zukunft der Insel steht aber in den Sternen, denn durch Bodenerosion wird die Insel immer kleiner. Während dem Monsun wird sie auch immer wieder überflutet. Deshalb sind die Strassen erhöht auf Dämmen gebaut und viele Häuser thronen auf Stelzen, auch mein Hotel. Hier sehe ich in Assam zum ersten Mal Flughunde in den Bäumen.












Die Süsswasserinsel ist das Herz der Vaishnavite-Kultur in Assam und beherbergt zahlreiche hinduistische Klöster, sogenannte Satras. Diese religiösen und kulturellen Zentren spielen eine zentrale Rolle in der Bewahrung der spirituellen und sozialen Traditionen der Region. Der Sri Sri Auniati Satra finde ich besonders interessant, da ich einer kurzen Lesung und Zeremonie von 3 Mönchen lauschen kann. Zum Schluss werden mit Hingabe die Tauben gefüttert und gestreichelt. Mitgefühl für alle Lebewesen ist somit nicht nur im Buddhismus wichtig. Ich wusste vorher auch gar nicht, dass es im Hinduismus Mönche gibt. Wieder etwas gelernt. Zudem sieht ein Tempel in Assam auch komplett anders aus als in Rajasthan, Gujarat oder Kerala… Also lohnt sich ein Besuch immer.
Majuli ist auch ein guter Ort um traditionelles Handwerk zu sehen. Die Insel ist zb. berühmt für ihre Tontöpfe, Webereien und die Maskenherstellung. Auch sehr spannend ist es zuzuschauen wie aus Zuckerrohr Jaggery wird, eine dicke, klebrige und unheimlich süsse Zuckermasse. Doch schau nun selbst, was ich alles kennenlernen durfte:












Nach Majuli bin ich nun nördlich vom Brahmaputra unterwegs und verlasse den Bundesstaat Assam. Ich reise jetzt in den Himalaya durch Arunachal Pradesh. Von der Flussebene auf 84m.ü.M geht es auf über 4000 Meter hoch. Diese Reiseberichte findest du hier >Arunachal Pradesh Ziro und >Arunachal Pradesh Tawang. Danach geht es wieder zurück nach Assam, denn mein Reisetour schliesst sich wieder in Guwahati.
Der hässlichste Vogel von Assam,
der Argalamarabu
Der Argaklamarabu oder Hargila, wie er in Assam genannt wird, gehört zur Familie der Störche. Während der Argalamarabu früher in ganz Südostasien und Indien brütete, beschränkt sich heute das Brutgebiet nur noch auf Kambodscha und Assam.
Auch in Assam waren Marabus lange Zeit keine beliebten Nachbarn, denn als Aasfresser hatten sie das Image von unhygienischen Unglücksboten. Dadurch wurden ihre Nester regelmässig zerstört, wenn sie zu nahe an den Dörfern ihre Nester bauten. Dieser Irrglaube hat sich zum Glück aber in den letzten Jahren durch den Einsatz einer assamesischen Frauengruppe gewandelt und die Nester werden nun geduldet. Marabus tragen zur Gesundheit von Ökosystemen bei, indem sie Kadaver beseitigen und so die Ausbreitung von Krankheiten verhindern.
Es ist somit für mich sehr schön zu sehen, dass ich auf meiner Reise so viele Nester entdecke. Und auch wenn der Vogel keine Schönheit ist, so ist er auf jeden Fall ein Foto wert.
Nameri Nationalpark
Der Nameri Nationalpark ist eines der ganz wenigen indischen Nationalpärke (oder sogar der Einzige?) in den man zu Fuss hinein darf. In einer ca. 3 stündigen Rundwanderung kann der Dschungel hautnah erlebt werden und ich bin mir sicher, für einmal wünscht sich jeder, keinem Tiger zu begegnen. Der König vom Dschungel ist nämlich auch hier Zuhause! Der Park bleibt aber leider auf meiner Bucketliste stehen, denn wegen einem heftigen Gewitter mit Starkregen am späten Nachmittag finden am nächsten Morgen keine Wanderungen statt. Schade, denn ich wäre bestens ausgerüstet gewesen, Regenmantel für mich und meine Kamera, ja sogar Blutegelsocken habe ich mit, aber Sicherheit geht nun mal vor. Davon lass ich mir aber nicht den Tag vermiesen und so mache ich selber eine Morgenwanderung zum Eingang vom Nationalpark. Schliesslich halten sich die Tiere nicht an die Parkgrenzen und wer weiss, vielleicht habe ich ja Glück und sehe etwas. Und wirklich, eine Gruppe Languren turnt in den Baumkronen. Und es sind nicht irgendwelche Languren – sondern Goldlanguren. Diese sind sehr selten und kommen nur noch in Assam (vor allem im Manas Nationalpark) und Südbhutan vor. Ich hatte also riesen Glück die Goldenlanguren zu sehen.
Goldlanguren
Ich habe schon viele Languren gesehen, die weit verbreiteten grauen Hanuman Languren oder die selteneren schwarzen Nilgiri Languren in Kerala. Nun sehe ich aber zum ersten Mal goldige Languren. Diese kommen nur noch in Assam und im Süden von Bhutan vor und sind stark gefährdet. Am grössten ist die Chance wohl, sie im Manas Nationalpark zu sehen, doch ich hatte Glück und habe Goldlanguren im Dschungel von Guwahati und beim Nameri Nationalpark gesehen. Goldlanguren sind tagaktive Baumbewohner, die sich zum Schlafen in die Baumkronen zurückziehen. Sie leben in Gruppen von bis zu 12 Tieren zusammen.
Nach dem Frühstück mache ich noch einen Spaziergang auf die andere Seite zum Dorf Dharikati. Jetzt werde ich Meisterin im Wasserpfützen umrunden und überspringen. Der Dorfbesuch ist auch nicht ganz ungefährlich, denn Heute ist ja auch noch ein ganz besonderer Tag, Holi. Dazu mehr weiter unten.
Teeplantage zum Zweiten
Da der Weg nach Guwahati weit ist und ich nicht den ganzen Tag im Auto verbringen möchte, unterbreche ich die Fahrt zum Flughafen und übernachte ein weiteres Mal auf einer Teeplantage. Dieses Mal hat mein Zimmer sogar einen direkten Blick auf die grünen Bäumchen. Im Kanoka Village Resort komme ich mir richtig exotisch vor, denn die Mitarbeiter haben sonst nur indische Gäste und kümmern sich darum überbordend um mich. Und da mich das Aktivitätsprogramm wie Bootfahren auf ihrem Weiherchen, Zipline, Armbrustschiessen etc. nicht so anspricht, organisieren sie eine Teefabrik- und Marktführung. Das die Teefabrik wegen dem Feiertag geschlossen ist, ist für sie nebensächlich ;-). Das ist Indien – mit Zeiten und Distanzen haben sie es nicht so recht. Manchmal kannst du durch lokale Tipps ganz tolles erleben, und manchmal ist es halt eher ein Reinfall… Das macht ja das Reisen gerade so spannend. Hätte ich mehr Zeit (und wäre nicht gerade Holi) so liessen sich von hier aus auch schöne Fahrradtouren durch Dörfer und die Hoograjuli Tea Estate unternehmen. Aber leider wartet ja mein Flieger….












Auf den Strassen von Assam
Assams Strassen sind, soweit ich das beurteilen kann, in einem sehr guten Zustand. Keine Schlaglöcher und auch keinen Stau. Bei der Durchfahrt vom Kaziranga Nationalpark ist auch schön zu sehen, dass sie Geschwindigkeitslimiten, Tierkorridore etc eingerichtet haben, um möglichst die Tiere zu schützen. Trotzdem ist immer noch eine Priese Abenteuer auf den Strassen zu sehen, so gibt es Mitfahrer auf dem Dach oder bis zum Anschlag beladene Mopeds und Velos – hier kommt gleich der ganze Laden zu den Menschen ins Dorf.
Die alten Tempel der Ahorn
Die Architektur der historischen hinduistischen Tempel von Assam, ist ganz speziell und einzigartig für diesen Bundesstaat. Darum möchte ich sie dir hier auch noch kurz zeigen. Der Grundriss eines assamesischen Tempels erinnert an ein Kreuz mit einer grossen Kuppel in der Mitte. Die Anordnung von Dachflächen und Türmen, soll an den heiligen Berg Kailash erinnern, den Wohnsitz von Shiva und Parvati. Der Kailash liegt in Tibet und bei ihm entspringt der Brahmaputra. Neben dem Maa Kamakhya Tempel besichtige ich noch den Negheriting Shiva Doul in der Nähe von Jorhat. Hier sind sehr viele Affen anzutreffen, denn wegen Hanuman, dem Affengott, werden sie verehrt und gefüttert. Bei meinem Besuch sind aber nur wenige da, denn kurz vorher muss ein Fest stattgefunden haben. Es sieht jetzt aus wie das negative Bild, dass wir von Indien haben, Plastik und Abfall überall. Es wird jedoch schon fleissig aufgeräumt. Assam habe ich ansonsten als recht sauber empfunden.
Und mein letztes Abendteuer: HOLI
Holi ist das hinduistische Frühlingsfest und wird natürlich auch in Assam gefeiert. Holi ist ein Erlebnis – doch Holi ist auch ein bisschen «gefährlich» und die Teilnahme darum nicht für alle zu empfehlen. Holi wird auch das Fest der Farben und Liebe genannt, denn mit Holi wird die ewige und göttliche Liebe der Gottheiten Radha und Krishna gefeiert. Darüber hinaus symbolisiert der Tag den Triumph des Guten über das Böse.
Am Vortag von Holi werden Abends grosse Freuden-Lagerfeuer angezündet. Bei mir ist dieser Brauch aber buchstäblich ins Wasser gefallen, denn wegen dem starken Gewitter mit Monsunregen war dies nicht möglich. Am eigentlichen Festtag wird dann jedem «Happy Holi» gewünscht und man bekommt einen farbigen Punkt oder Strich ins Gesicht. Jetzt ist es noch relativ «sicher» das Hotel zu verlassen und in die kleinen Dörfer zu gehen. Wer nicht farbig werden möchte, der wird normalerweise in Ruhe gelassen. Schliesslich ist es ein Fest, dass Spass und Freude machen und bringen soll. Der nächste Tag ist dann jedoch sehr «gefährlich». Ganze «Banden» aus mehrheitlich Frauen und Kinder warten an den Eingängen der Dörfer und jeder bekommt eine Ladung Farbpulver, manchmal auch mit Wasser vermischt, angeworfen. Die jungen Männer veranstalten Heute zudem noch Schlammschlachten.
Da Bilder mehr als 1000 Worte sagen können, hier Impressionen vom Maa Kamakhya Temple:

Tipps für ein entspanntes Holifest
Tipps für eine Reise nach Assam
Hier einige Tipps rund um eine Reise nach Assam und eine Fotoauswahl von meinen schönsten Menschen-, Vögel- und Schmetterlingsfotos:
Flugtipp
Beim Flug von Delhi nach Guwahati lohnt sich eine Sitzplatzreservierung, denn wer auf der richtigen Seite am Fenster sitzt, sieht den Himalaya. Auf dem Hinflug Delhi – Guwahati links sitzen, auf dem Rückflug rechts.
Bitte beachte: Bei allen Inlandsflügen, z.B. mit Air India oder IndiGo, sind im normalen Tarif nur 15kg Aufgabegepäck erlaubt. Zusatzgewicht ist recht teuer. Am Check-In wiegen sie den Koffer sehr genau und drücken kein Auge zu. Darum kann es sich lohnen, eine Tarifklasse höher zu buchen, dort sind dann 20kg inbegriffen und der Flug kann zudem umgebucht werden.
Beste Reisezeit
Ich war im Ende Februar und März in Assam. Für die Safaris war es sicher eine perfekte Reisezeit, denn durch die Trockenheit habe ich sehr viele Tiere sehen können.
Wer hauptsächlich die Teepflückung und die Teefabriken sehen möchte, der sollte etwas später kommen, ab April wahrscheinlich. Dann kann es jedoch öfters regnen.
Reiseplanung
Assam ist ein beliebtes Reiseziel für indische Touristen. Viele machen aber nur einen Kurztrip und verreisen über das Wochenende. Dann sind die Hotels oft recht voll. Da sie oft in grösseren oft eher lauteren Gruppen unterwegs sind, würde ich darum keinen Nationalpark am Wochenende besuchen.
Die Anzahl der Fahrzeuge, die an einem Tag in den Nationalpark fahren darf, ist zudem beschränkt, unter der Woche ist die Chance somit grösser, noch eine Platz zu bekommen.
Am besten Fahrtage aufs Wochenende verlegen.
Geldwechseln
In Nordostindien reisen nicht so viele Ausländer, deshalb gibt es nur in Guwahati Wechselstuben und verstreut einige ATMs, die aber nicht alle funktionieren (>siehe Tipps Reisebericht Tawang).
Da ich an einem Sonntag und nach 18Uhr in Guwahati eintreffe, ist die Chance noch etwas zu finden gleich Null, deshalb habe ich schon am Flughafen in Delhi gewechselt. Kein toller Wechselkurs und Achtung: Geld unbedingt nachzählen auch wenn sie es vor dir zählen!!! Ich bin nicht auf ihren Trick reingefallen!
Souveniers
Ich mag die Souvenirläden in Nordostindien sehr, denn in den meisten hat es fixe Preise und die Preise sind auch angeschrieben. Lästiges Handeln wie an anderen Orten ist hier nicht nötig. Es gibt aber nicht so wahnsinnig viele Souvenirläden und die Auswahl ist auch überschaubar. Am grössten ist das Angebot beim Eingang vom Kaziranga Orchid Park und Pobitora Nationalpark. Ansonsten hat es in Kohora verstreut an der Strasse einige Läden, vor allem für Schnitzfiguren aus Holz.
Eintritte
Ausländer bezahlen in den Nationalparks von Assam und auch an einigen Sehenswürdigkeiten um einiges mehr als die einheimischen Touristen. Dafür ist die Chance etwas grösser auch kurzfristig noch einen Platz ergattern zu können.
Neben den Eintritt in die Nationalparks wird noch eine Kameragebühr erhoben, die direkt beim Parkeingang gezahlt werden muss. In Assam wird die Kameragebühr pro Safari berechnet und nicht pro Tag. Meistens ist diese um 200RS, wobei die GoPro oft extra kostet, im Kaziranga happige 1000RS.
Safari
Ich habe die Jeepsafaris im Pobitora und Kaziranga Nationalpark schon im vornherein über das Reisebüro gebucht. Da ausländische IP-Adressen von der Nationalparkseite blockiert werden und es zudem eine indische Kreditkarte braucht, ist ein selbständiges buchen vorgängig nicht möglich. Kurzfristig kann eine Safari auch durch das Hotel organisiert werden, oder man kommt vor der Safari zum Ticketschalter (dieser ist aber nicht immer beim Eingangtor).
Wenn möglich würde ich verschiedene Safaris machen, denn oftmals gibt es verschiedene Zonen und Routen. Aber auch eine Safari in der gleichen Zone kann morgens und Abends komplett unterschiedlich sein.
Packliste Safaris:
Mücken
Ich muss gestehen, ich habe es mir schlimmer vorgestellt mit den Mücken in Assam. Nur auf der Insel Majuli hatte es am Morgen und Abend eine regelrechte Mückeninvasion (es hatte aber auch in der Nacht geregnet). Es gab aber Mückenduftstecker, es wurde geräuchert und mein Mückenspray hat auch perfekte Arbeit geleistet. Und Gekkos in den Zimmern sind auch immer hilfreich, denn sie fressen Mücken und Spinnen (diese Krabbenspinna war aber zu schnell…)


Meine Reiseroute
Assam ist das Zentrum von Nordostindien. In Guwahati habe ich meine Rundtour gestartet und beendet. Von Assam aus habe ich zwei Abstecher in die indischen Bundesstaaten Meghalaya und Arunachal Pradesh gemacht. Im ganzen war ich 4 Wochen unterwegs, davon ca. 2 Woche in Assam. Um möglichst viel von der Umgebung zu entdecken und nicht zu lange Zeit im Auto zu verbringen habe ich meistens 2 oder mehr Nächte an einem Ort verbracht.
Hier findest du meine weiteren Reisebericht von meiner Nordostindienreise:
Mein Reisebüro:
Diese Reise habe ich zusammen mit meiner kleinen 4 köpfigen Reisegruppe individuell geplant und zusammengestellt. Bei der Umsetzung geholfen und alles vor Ort organisiert hat mir das Reisebüro Auf und Davon Reisen. Ich hatte wirklich eine tolle Reise und einen super Fahrer. Danke Kamal!
Reise mit mir nach Nordostindien
Ich bin immer auf der Suche nach Reisekameraden, damit wir uns zu zweit oder in einer kleinen Gruppe ein Auto teilen können, um individuell unterwegs zu sein und abgelegene Orte, Dörfer und Menschen zu besuchen, zu wandern, zu fotografieren, zu geniessen…. Suchst du noch eine Reisekameradin? Ich freue mich über deine Nachricht.
In Nordostindien würde mich zum Beispiel noch interessieren: Manas Nationalpark (wäre auch gut mit dem Osten von Bhutan zu verbinden), Chakrashila Wildlife Sanctuary, Wari Chora, Hollongapar Gibbon Sanctuary, Nameri Nationalpark, Teeplantagen rund um Dibrughar, die Täler um Aalo in Arunachal Pradesh, Nagaland, immer wieder Kaziranga und natürlich die vielen Stammesfeste und noch vieles mehr…
Weitere Beiträge von Indien:
© Alle hier gezeigten Fotos unterstehen dem Urheberrecht von Jasmin Ilg, fotodesign-ilg. Die Fotos dürfen ohne ihr Einverständnis weder kopiert noch abgespeichert werden. Die Bilder und Bildrechte können aber käuflich ohne Wasserzeichen und in grosser Auflösung zu einem fairen Preis erworben werden. Vielen herzlichen Dank für deinen kleinen Unterstützungsbeitrag an meine Reisen. Jasmin Ilg hat noch viele viele weiteren Fotos, auch zu anderen Themen und Ländern und freut sich sehr über Ihre Anfrage. Die Informationen der Texte wurden von Jasmin Ilg recherchiert oder hat sie auf ihren Reisen gehört oder erlebt.








































